112-prozentiger Dank an die Feuerwehr

Wie sehr ihr Herz für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Segeberg schlägt, bewies Bürgervorsteherin Ingrid Altner ganz offensichtlich in ihrem mit Drehleiterfahrzeugen bedruckten Kleid. Wehrführer Mark Zielinski war begeistert. FOTO: (ACH)

Bad Segeberg. (ACH) Es war ein bewegender Abschied der demnächst scheidenden Bürgervorsteherin Ingrid Altner bei einem ihrer letzten offiziellen Auftritte beim 91. traditionellen Eisbeinessen der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Segeberg.

„Als ich eure Einladung zum Eisbeinessen erhielt, war ich sofort Feuer und Flamme. Der Abschied von ‚meiner‘ Feuerwehr fällt mir wirklich schwer. Ich liebe und danke euch mit 112 Prozent meines Herzens für eure Arbeit“, sagt die höchste politische Repräsentantin der Kreisstadt vor rund 400 Anwesenden. Deren tiefe Verbundenheit zu den ehrenamtlichen Brandschützern war auch in ihrer Garderobe zu erkennen. Ingrid Altner trug ein graues Kleid, bedruckt mit vielen Drehleiterfahrzeugen der Feuerwehr. Da schluckte auch Gastgeber und Wehrführer Mark Zielinski, sichtlich gerührt, über solche in Kleid und Worten dargebrachten Liebeserklärungen.  „Nach fast jedem gefährlichen Einsatz klingelte bei mir das Telefon mit Ingrid Altner am anderen Ende der Leitung, die sich besorgt erkundigte, ob alle Kameraden wohlbehalten zurückgekommen seien. Das hat uns immer tief berührt“, so Zielinski.

Prominenter Besuch beim Eisbeinessen

Welchen kreisübergreifenden gesellschaftlichen Stellenwert das Eisbeinessen inzwischen besitzt, wurde durch den Besuch prominenter politscher Gäste deutlich. Allen voran Ministerpräsident Daniel Günther sowie Landtagspräsident Klaus Schlie. In seiner Rede hob der Ministerpräsident die unverzichtbare Rolle von Freiwilligen Feuerwehren als Teil eines funktionierenden Rettungswesens hervor. „Dieses Engagement, speziell für den Bau von neuen Feuerwehrgerätehäusern, wird nun auch vom Land finanziell gefördert. Wir haben die Notwendigkeit erkannt, dass sich Feuerwehren neuen Herausforderungen stellen müssen und werden das auch in mehreren Schritten unterstützen“, betont Daniel Günther. Mehrere Millionen Euro Fördergelder seien dafür im laufenden Haushalt des Landes vorgesehen.

Aufgaben der Feuerwehr haben sich verändert

Wehrführer Zielinski appellierte in einer Brandrede vor dem Hintergrund immer neuer gesetzlicher Vorschriften und bürokratischer Hürden an die anwesenden Politiker aus Stadt, Kreis und Land. Zielinski: „Erst wenn der letzte Kamerad, der letzte Wehrführer vor dieser Bürokratie und diesem Umgang kapituliert, werden die Verantwortlichen feststellen, dass Paragraphen keine Feuer löschen können. Wir sind eingetreten, um Feuer auszumachen und dem Nächsten in der Not zu helfen. Doch die Aufgaben Feuerwehr haben in den letzten Jahren stark verändert. Löschen von Bränden machen in unserer Einsatzstatistik nur noch 16 Prozent aus, doch auch neuen Herausforderungen werden wir uns stellen, um für die Sicherheit der Bürger in unserer Stadt 365 Tage im Jahr rund um Uhr da zu sein.“ Für die mit viel Leidenschaft vorgebrachte Rede gab es minutenlangen Applaus.