Abenteuer Natur bietet hübsche Egel und löchrige Kuhfladen

Das Klettern in der alten Eiche, ein Opfer von dem Sturm Christian vor ein paar Jahren, brachte den Kindern richtig Spaß. Foto: gug

BIMÖHLEN. (GUG) Wer genau hinschaut, findet das Abenteuer oft gleich um die Ecke. Mit Spiel und Spaß die Natur erkunden, auf der Wiese im Zelt übernachten und dabei Neues entdecken, das konnten vor kurzem 15 Kinder aus Bimöhlen im FFH-Gebiet entlang der Osterau – fast direkt vor ihrer Haustür. Zusammen mit Dirk und Wibke Rudolph, die das Abenteuer organisierten sowie dem Schutzgebietsbetreuer und Landwirt Thomas Humfeldt und Biologielehrer Nils Larink wanderten sie den neu angelegten Wanderweg entlang der Osterau, über Wiesen, Feld und Flur.

Kinder für die unbekannte Natur begeistern

„Ich arbeite in Hamburg und bekomme jeden Tag mit, wie wenig die Kinder dort noch mit der Natur verbunden sind. Sie sehen einen Baum und haben keine Ahnung, was für eine Art von Baum das ist, das ist doch schade“, findet Dirk Rudolph. „Hier auf dem Land ist das zwar noch ein bisschen anders, aber wir haben gemerkt, wieviel Spaß es den Kindern macht, wenn man ihnen die Natur näher bringt“, fährt er fort. Im letzten Jahr organisierte er zum ersten Mal die Wanderungen. Auf einer Wiese, auf der sonst die Kühe von Thomas Humfeldt stehen, versuchte Biologielehrer Nils Larink die Kinder für die löchrigen Kuhfladen zu begeistern. „Da sind überall Insekten herausgekrochen“, erzählt er.

Sehr viel spannender fanden die Kinder einen fast ausgetrockneten Tümpel, aus dem Thomas Humfeldt Libellenlarven und Wasseregel fischte. In kleinen Bechern betrachteten sie die Tiere, die man sonst eher selten zu Gesicht bekommt. „Sieht fies aus“, meinte Leon. Nils Larink erklärte, wie die Libellenlarve im Wasser jagt und wie sie mit ihren speziellen ausklappbaren Mundwerkzeugen frisst – und auf einmal war das eben noch fiese Tier sehr interessant.

Spaß am Lernen

„Wie scheußlich, den mag ich gar nicht anfassen“, sagte Aylen, als Thomas Humfeldt ihr einen harmlosen Wasseregel auf die Hand setzte. „Den finde ich toll, der sieht hübsch aus, wie der sich so kringelt“, fand hingegen Mika. „Ich mag alle Wasserlebewesen, die sind so anders“, stellte er fest. Für einen kleinen Frosch konnten sich dann aber alle begeistern.

Über Zäune und auf Bäume klettern, über wackelige Brücken laufen, sich im Steinweitwurf messen, im Sand liegen und Libellen beobachten, einfach ein bisschen Zeit haben, um alles anschauen und ausprobieren zu können: Die Kinder hatten alle ihren Spaß. Da kamen dann die Fragen zu den Tieren und Pflanzen von ganz allein. „Leider können wir so einen Biologieunterricht in den Schulen mit Kindern gar nicht mehr machen“, bedauerte Nils Larink.