Die Tafel wächst weiter

Die Helfer Annegret Evers (v.li.n.re.) und Hekmat Alrooh sowie Vorsitzender Hans-Joachim Wild freuen sich, vielen Menschen mit dem Angebot der Tafel helfen zu können. Foto: mtr

Bad Segeberg. (MTR) An schlaflose Nächte erinnert sich Christine Winter. Die Anfangszeit, bevor es im „Laden ohne Kasse“ richtig losging, sei schwer gewesen. Die Setherin ist Gründungsmitglied des gemeinnützigen Vereins Segeberger Tafel. 1998 wurde die Tafel am ZOB in Bad Segeberg eröffnet. Mittlerweile ist das Angebot gewachsen und der Verein in die Efeustraße umgezogen. Nun wurde das 20-jährige Bestehen gefeiert. Zusammen mit der Bad Segebergerin Herdis Hagemann fasste Christine Winter 1998 den Entschluss, etwas für bedürftige Menschen auf die Beine zu stellen. „Wir haben sämtliche Geschäfte in Bad Segeberg besucht“, sagte die Setherin. Die Idee, Menschen zu helfen, indem noch gut verwertbare Produkte gespendet werden, kam bei Segeberger Geschäftsleuten sehr gut an. Schnell entstanden die ersten Kontakte und innerhalb von nur zwei Monaten wurde der erste Laden des neu gegründeten Vereins am ZOB eröffnet. Vor der ersten Ladenöffnung hatte Christine Winter Bedenken, ob das Angebot überhaupt angenommen werden würde. Doch die Sorgen verflogen schnell. „Es hat sich sehr gut entwickelt.“ Knapp 40 Kunden waren bei der ersten Ladenöffnung am ZOB zu Gast. Die Auswahl war damals noch recht spärlich. Grünkohl, Brot, Brötchen und Joghurt gab es bei der ersten Ausgabe.

Das hat sich bis heute sehr verändert. Warenangebot und die Zahlen der Mitarbeiter sowie der Kunden sind bei der Segeberger Tafel über die Jahre fast stetig gewachsen. Seit Mai 2016 betreibt der Verein sogar eine Zweigstelle in Wahlstedt. Mittlerweile haben rund 280 Personen einen Ausweis, der berechtigt, sich bei den wöchentlichen Ausgaben einzureihen. Ein Ausweis gilt dabei meist für mehrere Personen einer Familie. „Wir erreichen rund 1.000 Personen“, erklärt Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Wild. Die Unterstützung von Geschäftsleuten und privaten Spendern sei über die Jahre immer größer geworden. „Wir müssen nicht mehr betteln“, freut sich Christine Winter. „Die Leute kommen auf uns zu.“ <EA>732 Vereinsmitglieder gehören der Segeberger Tafel an. Rund 120 aktive Helfer packen regelmäßig mit an. Die Ausgabe der Waren findet immer freitags zwischen 13 und 16 Uhr in der Efeustraße statt. Alle Arbeiten werden ehrenamtlich ausgeführt. Feste Kosten für Versicherung, Reinigung, Strom, Benzin, Autowartung, Telefon oder Verbrauchsmaterialien werden über Spenden finanziert. Die Miete für die Räumlichkeiten wird von der Stadt Bad Segeberg übernommen. „Wir brauchen weiterhin viele hilfreiche Hände, die uns im Laden unterstützen“, erklärt Wild. <EA>Bei der Jubiläumsfeier in Bad Segeberg wurde auf das Geschaffte zurückgeblickt. Die Aktiven waren sich einig, sich für eine gute Sache einzusetzen. „Es gibt einem ein gutes Gefühl, Menschen helfen zu können“, sagte Alexandra Richter aus Wensin. Weitere Informationen unter www.segeberger-tafel.de