Ein grünes Paradies für Tiere

Neben den Schwalben haben es auch die Gänse bei Evelyn Abt gut: Ganter „Hänsel“ ist immerhin schon stolze 30 Jahre alt. Zusammen mit Gans „Gretel“ genießt er seinen Lebensabend. Foto: gug

Struvenhütten. (gug) Der Garten von Familie Abt ist ein Idyll – und das trotz der langanhaltenden Trockenheit in diesem Jahr. Es summt, flattert, brummt und blüht in jeder kleinen Ecke. Schmetterlingsflieder, Sonnen-, Korn- und Ringelblumen, Bienenfreund, Kräuter und auch Wildpflanzen wie Disteln und Brennnessel sind zu finden.

Insekten und Schwalben geben sich hier ein munteres Stelldichein. Die Vögel brüten direkt vor der Haustür im Vorbau. Überall am Haus, im Gartenschuppen und in dem Pferdestall haben Rauchschwalben Nester gebaut, insgesamt beträgt die Population um die 60 Tiere.

Pflanzen und Tiere fühlen sich wohl

Evelyn Abt sorgt dafür, dass die eleganten, schnellen Flieger und andere Tiere sich bei ihr wohlfühlen. Auf dem 5.000 Quadratmeter großen Anwesen tummeln sich Spatzen in ihren Nestern unter dem Dach – mit Fledermäusen als Nachbarn – und in der Scheune wohnen Erdhummeln. Enten, Hühner, Minischweine, Gänse, Ziervögel und drei Pferde sowie ein Storch, der immer mal wieder auf Besuch kommt, vervollkommnen das tierische Ensemble, um das sich die fast 50-Jährige so liebevoll kümmert. Sie sorgt dafür, dass das biologische Gleichgewicht bei ihr im Garten erhalten bleibt.

Vom bedrohlichen Insektensterben ist hier nichts zu bemerken, so haben auch die Vögel genug zu essen. „Ich habe einen Teil des Grundstücks der Natur zurückgegeben, hier kann sie wachsen und machen, was sie will”, so die Tierfreundin. Im hinteren Teil des Gartens wachsen Brennnesseln, Disteln und Johannisbeerbüsche, wichtige Futterpflanzen für Schmetterlinge und ihre Raupen sowie für die Vögel, da die Beeren an den Büschen nicht geerntet werden.

Großes Engagement für die Natur

Jeden Tag füllt sie eine Erdkuhle auf dem Rasen mit Wasser auf, Tränke und Badestelle für die gefiederten Freunde. Der Schlamm dient dazu noch als Baumaterial für die Schwalbennester. „Die Pferdeäpfel sammel ich nicht von der Koppel, sie sind Nahrung für Fliegen. Die Vögel sorgen dafür, dass die Fliegen nicht Überhand nehmen, und auch die Hühner freuen sich”, erzählt Evelyn Abt. Wie zur Bestätigung rennt Huhn „Püppi“ vorbei, neun kleine Küken im Gefolge.

So viel Engagement für die Natur, insbesondere für die Schwalben, belohnte Karl Ratjen, Vorsitzender des NABU Kisdorfer Wohld, und zeichnete das Haus der Familie Abt mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus” aus.

Das einzige, was sich Evelyn Abt noch für ihre Schwalben wünscht, ist eine alte, ausrangierte Dachantenne. Sie könnten den kleinen Vögeln als Sitzplatz dienen, auf dem sie sich sammeln und zwitschern können.