Eine starke Gemeinschaft

Foto: hfr. Gerlind Haak, 1. Vorsitzende des Seniorenclubs „De fidelen Katten“ (v.li.), begrüßt den neuen inklusiven Mittagstisch, den Hauswirtschafterin Christine Birke und die Köche Simon Müller und Christian Prause vom Kattendorfer Hof mitgestalten

Kattendorf. Seit 1924 gehört Das Rauhe Haus zu Kattendorf. Hier steht gewissermaßen die Wiege der Behindertenhilfe, heute Teilhabe mit Assistenz. Trotzdem waren sich Dorfbewohner einerseits und die Mitarbeitenden und Bewohner des Kattendorfer Hofes andererseits bislang nicht sehr nah. Doch seit einigen Monaten weht ein frischer Wind und bringt viele Ideen für eine aktive Gemeinschaft mit sich. Dazu gehört ein wöchentlicher gemeinsamer Mittagstisch.

Alle an einem Tisch

Gerlind Haak, Vorsitzende des Seniorenclubs „De fidelen Katten“ Kattendorf, hat gemeinsam mit Thorsten Wiemer, Leiter der Wohnanlage Kattendorfer Hof der Stiftung Das Rauhe Haus, den Mittagstisch ins Leben gerufen. Seit April gibt es jeden Dienstag ein Mittagsbuffet mit zwei verschiedenen Gerichten und im Anschluss Kaffee und Kuchen. „Hier sitzen dann Dorfbewohner, Mitarbeitende und Bewohner zusammen, Jung und Alt, Menschen mit und ohne Behinderung“, erzählt Thorsten Wiemer. Christian Prause, der Koch des Hauses, und ein Team aus Menschen mit und ohne Behinderung kümmern sich um das Essen. „Wir haben eine ganz besondere Arbeitsatmosphäre und sind richtig gut aufeinander eingespielt“, erklärt Christian Prause. „Das gibt unserem Essen den letzten Schliff.“

Inzwischen hat sich der wöchentliche Mittagstreff herumgesprochen. Nicht nur Kattendorfer schätzen das Angebot, oft sind auch Gäste aus Kaltenkirchen oder Struvenhütten dabei und auch Mitglieder der Seniorenclubs aus Winsen und Oersdorf kommen regelmäßig dazu.

 Die Gemeinschaft tut gut

Der Bedarf ist groß: „Viele ältere Menschen bei uns im Dorf und in den Nachbarorten sind alleinstehend“, erklärt ein Gast. „Es ist viel schöner, in Gemeinschaft mit Freunden und Bekannten zu essen und nicht kochen zu müssen!“ Gerlind Haak bekräftigt: „Wir passen auch aufeinander auf. Es fällt auf, wenn einer mal nicht kommt oder sich im Vorfeld gar nicht meldet. Da kümmern wir uns. Ich finde es gut, dass es jetzt mehr Ideen und Bestrebungen gibt, den Ort für die Menschen hier noch lebenswerter zu machen“. Thorsten Wiemer stimmt ihr zu: „In Kattendorf leben viele engagierte Menschen. Wenn Gemeinde, Seniorenclub und wir vom Kattendorfer Hof an einem Strang ziehen, können wir ganz viel erreichen – für alle Menschen, die hier leben. Das ist ein inklusiver Ansatz.“ Vorschläge und Wünsche gibt es genug, doch Vieles muss noch gut durchdacht und im Detail geplant werden. „Mit dem Mittagstisch haben wir schon eine unserer Ideen umsetzen können“, freut sich Thorsten Wiemer.