Einfühlsame Begleitung am Ende des Lebens

Für den taktvollen Rahmen des Festgottesdienstes sorgten die Mitglieder des Segeberger Bachchors. Foto: ach

Bad Segeberg. (ACH) Menschen und ihren Angehörigen in der schwierigsten Phase des Lebens – dem Abschiednehmen – beizustehen, haben sich die derzeit 30 aktiven Mitglieder des Hospizvereins Segeberg auf die Fahne geschrieben. Das 25-jährige Bestehen der karitativen Einrichtung wurde nun im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Michaeliskirche begangen.

Im Beisein von Propst Dr. Daniel Havemann wurden rund 130 Besucher des Festgottesdienstes Zeugen berührender Offenbarungen der ehrenamtlichen Begleiterinnen, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in schwersten Stunden Beistand leisten. Den Anfang machte Sandra Kaack. Über Jahre hinweg begleitete sie einen Mann. Er verlor innerhalb kurzer Zeit Vater und Mutter. In der Zeit der Trauer begleitete sie ihn. Dann fand er eine Lebensgefährtin. Sie heirateten und waren glücklich. „Doch dann kam nach einem Arztbesuch die schreckliche Diagnose – unheilbarer Krebs.“ Nur noch zwei Monate vor dem Gang vom Diesseits ins Jenseits. Gemeinsam mit seiner Frau saß sie an dessen Sterbebett.

Innere Kraft weitergeben

Welche Motivationen die einfühlsamen Ehrenamtlerinnnen antreibt, erklärte Elke Hoffmann. Neben ihrer Tätigkeit als Seelsorgerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde ist die 51-Jährige als sogenannte Koordinatorin, gemeinsam mit Renate Mies und Elke Hoffmann, im Hospizverein aktiv. „Viele von uns leben in einem erfüllten Dasein und wollen einen Teil der inneren persönlichen Kraft an Menschen weitergeben. Oft können sie sich nach dem Abschied von einem geliebten Menschen nicht mehr selbst helfen.“ Elke Hoffmann hat sich auf die Betreuung sogenannter verwaister Eltern spezialisiert. „Das sind Mütter und Väter, deren Kind sich durch Suizid selbst das Leben genommen hat. Sie stehen fassungslos und verzweifelt vor einer völlig neuen Lebenssituation“, so Elke Hoffmann. Vor ihrem Einsatz als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen im Hospizdienst würden alle Aktiven gründlich in Lehrgängen auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet. Die psychologische Schulung umfasse unter anderem das Erlernen – bei allem Mitgefühl für Betroffene und deren Hinterbliebene – auch innere Distanz zu bewahren.

Neue Kraft für Angehörige

Das Wirken der freiwilligen Helferinnen würdigte Propst Dr. Daniel Havemann mit der Bitte zum Gang auf die Stufen und der kleinen Empore des Altars. Dort erteilte er den Mitgliedern mit bewegenden Worten Gottes Segen: „Sie haben Sterbenden und Angehörigen neue Kraft geschenkt und sehr viel zurückbekommen“, so Propst Dr. Daniel Havemann.

Weitere Infos über den Hospizverein Segeberg gibt es unter www.hospizverein-segeberg.de