Frühjahrsputz am See ist dringend notwendig

Der Müll am Kleinen Segeberger See stört Anwohner und Tiere. Der Bauhof will bis Ostern aufräumen. Foto: gum

Bad Segeberg. (gum) „Es ist eine Frechheit von einigen Spinnern hier, auf dem Kleinen Segeberger See ihren Müll zu entsorgen. Es leben dort Tiere!!!“, postet Ingo Widdel genervt und undiplomatisch auf einer Facebook-Seite. Der Kleine Segeberger See verschmutze immer mehr, statt eines Winteridylls stellt sich bei näherer Betrachtung der kleine beliebte Erholungsort gegenwärtig ganz anders da: Hundehaufen, keine Sitzgelegenheiten, der Zaun droht stellenweise abzusacken, mehr Abfälle als Entchen schwimmen auf dem See. Ingo Widdel reicht es. Nach seinem Sonntagsspaziergang platzte es aus ihm heraus. Immer mehr beteiligten sich an der Diskussion im sozialen Netzwerk, weitere Einwohner der Kalkbergstadt berichteten über die Situation am See. Forderungen, das Verhalten anzuzeigen, machten die Runde, aber auch ein wenig Resignation. Was soll man tun gegen die Vermüllung? Bierkartons, Flaschen und Plastik hätten an der Oberfläche getrieben, erklärt Widdel. Häufig seien viele Jugendliche am See, klagt Widdel, oft mit (zu) lauter Musik und Bier: „Mir ist völlig egal, ob das deutsche oder ausländische Jugendliche sind.“ Warum aber der Abfall nicht wenige Meter weiter in die vielen bereitstehenden Mülleimer, sondern ins Wasser geschmissen werde, kann der 58-Jährige nicht nachvollziehen. „Der Kleine Segeberger See ist ein beliebter Treffpunkt“, erklärt Antje Langethal. Und scheinbar hielten sich nicht alle an die Gepflogenheiten, wo man mit seinem Abfall zu bleiben hat, bedauert die Bad Segeberger Bauamtsleiterin: „Müll in der freien Natur ist niemals schön, weder optisch noch für die Umwelt.“ Sie könne nur an die Selbstverantwortung der Menschen appellieren. Zwei- bis dreimal die Woche kontrolliere eine Kolonne des Bauhofs auch das Gelände am Kleinen Segeberger See. „Aber im Winter liegt der Schwerpunkt auf dem Strauch- und Baumschnitt.“ In den kommenden Monaten werde sich aber um den Kleinen Segeberger See gekümmert, erläutert Antje Langethal. „Als magisches Datum ist ungefähr Ostern angepeilt.“ Bis dahin werden Mitarbeiter des Bauhofs mit einem Rechen Müll aus dem See gefischt haben. Und auch die Sitzbänke, an denen das Holz momentan fehlt, sollen dann wieder – komplett repariert – den Besuchern des Sees einen Platz zum Ausruhen bieten. Am aufwendigsten werde in den kommenden Wochen und Monaten (je nach Witterung) jedoch die Erneuerung des Zaunes rund um den See sein. An einigen Stellen biegt er sich, halb morsch, ins Gewässer hinein. Wege sind zum Teil schon unterspült. Die Sicherheit sieht die Amtsleiterin aber nicht gefährdet: „Das ist eben ein fließendes Gewässer.“ Mit dem Frühlingsbeginn solle alles wieder in einem guten Zustand hergerichtet sein.