Geburtstag mit adligem Besuch

Prof. Dr. Detlev Kraack (mit Rantzau-Brot) und Heinrich-Rantzau-Darsteller Manfred Quaatz. FOTO: DSN

BAD SEGEBERG. (DSN) Wenn der Statthalter eines Königs Geburtstag hat, kommen auch adlige Gäste zu Besuch. So war es auch am vergangenen Sonntag, als im Segebergs Kreishaus der 492. Geburtstag von Heinrich Rantzau begangen wurde. Unter den Gästen, die Landrat Jan Peter Schröder gemeinsam mit der „Arbeitsstelle 500 Jahre Heinrich Rantzau“ eingeladen hatte, saßen auch Königliche Hoheit Caroline Herzogin von Oldenburg, Hans-Caspar Graf zu Rantzau und seine Frau Antje Gräfin zu Rantzau.

Passend zur Zeit von Heinrich Rantzau (1526-1598) eröffnete Heiko Rahf die Veranstaltung mit Lautenmusik. Manfred Quaatz begrüßte die Gäste in Heinrich-Rantzau-Kostümierung und gab Einblicke in „sein“ Leben. Prof. Dr. Detlev Kraack aus Plön berichtete in seinem Festvortrag von Heinrich Rantzau im Spannungsfeld von Krieg und Frieden. Rantzaus Beteiligung am Kriegszug der Herzöge und des Königs gegen Dithmarschen sei aus damaliger Sicht notwendig gewesen, um das Territorium nördlich der Elbe zu befrieden. Später habe Rantzau jedoch mit unzähligen Schreiben an die Fürsten im westlichen Europa für Frieden geworben. Damit sei Heinrich Rantzau ein Vordenker moderner europäischer Politik gewesen, so Kraack.

Interesse fand auch die neue Heinrich-Rantzau-Briefmarke, die Hans-Werner Baurycza vorstellte, und ein weiterer Sammelband mit Heinrich-Rantzau-Literatur, der vom Kulturkontor, dem Heimatverein und der EWS gesponsert wurde.

Bad Segeberg könnte noch viel mehr aus dem Thema machen, fand Hans-Caspar zu Rantzau. Die Stadt sei sich aber offenbar ihrer historischen Bedeutung kaum bewusst. „Wenn der König durchs Land fuhr, machte er hier Halt. So lange wie nirgendwo anders.“

Die Mahnung von Landrat Jan Peter Schröder zum Frieden im Sinne Heinrich Rantzaus nahm ein Konzert im KulturHaus Remise auf. Andrea von Rehn, Detlef Dreessen, Wolfgang Holland, Magnus Wittern, Lucie Reisner und Magdalena Stolle sangen und spielten Lieder zum Thema Krieg und Frieden. Jubelgesänge von Soldaten, die in den Krieg zogen, waren ebenso darunter wie das Trauerlied „Zogen einst fünf wilde Schwäne.“

Zum Dank gab es für alle Mitwirkenden ein Rantzau-Brot der Bäckerei Gräper.

Der 493. Geburtstag soll in der Annette-von-Rantzau-Schule gefeiert werden.