Gewalt kommt nicht in die Tüte

Groß war der Andrang der Mitschüler bei der Aktion "Gewalt kommt nicht in die Tüte" im BBZ. Foto: Detlef Dreessen

BAD SEGEBERG (DSN) Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen machten angehende Bäckereifachverkäuferinnen des Berufsbildungszentrum (BBZ) Bad Segeberg mit Hilfe von Expertinnen auf die Problematik und Hilfsangebote aufmerksam. In den Pausen verkauften sie Pizzazungen, verpackt in Brötchentüten mit dem Slogan „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ und der Telefonnummer einer Beratungshotline. „Dort bekommen Frauen in vielen Sprachen umgehend Hilfe, ohne dass sie lange warten müssen“, erklärte Karin Pätzold, stellvertretende Leiterin des BBZ. <EA>Es gibt viele Fälle, wo wir Frauen minderberechtigt behandelt werden“, sagte Schülerin Corina Toelstede (18). „Man muss Frauen unterstützen, wenn ihnen Unrecht geschieht“, stimmte Mitschülerin Merle Trapp (17) zu. Viele Frauen scheuten zuzugeben, dass sie betroffen sind. Auch Abiturient Lennard Gräper schmeckte die Aktion. Wenn er sexuelle Belästigung, wie viele Frauen sie zu erdulden haben, hinnehmen müsste, wäre das „eklig und unverschämt“, sagte er. Wie in jedem Jahr beteiligen sich die Gleichstellungsbeauftragen von Kreis, Stadt und BBZ an dem Aktionstag. Außerdem organisieren sie eine Reihe von Veranstaltungen am BBZ, in Kindergärten, im Kino und in Informationsveranstaltungen mit Pädagogen. Für das kommende Jahr gebe es auch schon Ideen, verriet Beate Mönkedieck, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Segeberg. Barbara Eibelshäuser vom Verein Frauenzimmer betonte: „Es geht um jede Form von Gewalt, ob physische, psychische, körperliche, soziale oder ökonomische.“ Häusliche Gewalt sei nach wie vor ein Problem. Und das keineswegs nur in Familien mit kleinem Geldbeutel. „Das gibt es genauso bei der Ärztin, der Anwältin.“ Informationen zu Hilfsangeboten: Tel. 08000116016.