Handwerk bietet gute Perspektiven

Die herausragenden Auszubildenden aus der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein erhielten Auszeichnungen. Foto: dsn

Nach Abi und Studienabbruch einer der besten Maurer-Azubis auf Bundesebene: Philipp Wiesenthal.

Bad Segeberg. (DSN) „Was nützt uns eine große Schar Akademiker, wenn keiner von denen einen Nagel in die Wand schlagen kann.“ Mit solchen Worten traf Kreishandwerksmeister Michael Kahl am Sonnabend den Nerv seiner 150 Gäste beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein in Bad Segeberg.

Ausbildungsbetriebe müssen auch Abiturienten das Handwerk schmackhaft zu machen, „und zwar nicht als Ersatzlösung für gescheiterte Studienabbrecher, sondern von vornherein als attraktive Perspektive“, mahnt Kahl. Dazu gehöre auch die Chance, sich bei einem Generationswechsel selbständig zu machen. „Einen gut situierten Betrieb zu übernehmen, kann ein Warmstart sein.“

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz versprach in seinem Grußwort, ein stets offenes Ohr für die Anliegen der Handwerkerschaft zu haben. Es rief aber auch die Unternehmer auf, sich rechtzeitig um Unternehmensnachfolge zu kümmern, Arbeitsprozesse dem digitalen Wandel anzupassen und mehr Jugendliche ausbilden. „Wer nicht ausbildet, darf nicht über Fachkräftemangel schimpfen.“

Erfolgreiche Ausbildung im Handwerk

„Daran, dass die Handwerksbetriebe schon eine Menge tun, erinnerte Günther Stapelfeld, Präsident der Handwerkskammer Lübeck. Mit 7.300 Ausbildungsplätzen habe das Handwerk im vergangenen Jahr mehr als im Jahr zuvor angeboten.

Einer der erfolgsreichsten Auszubildenden, Philipp Wiesenthal, berichtete im Interview mit RSH-Moderator Carsten Kock von seinem Lebensweg. Nach dem Abitur studierte er erfolglos Informatik, wechselte in die Ausbildung zum Maurer beim Unternehmen Schartner Bau in Neumünster und studiert mit Erfahrung und Erfolgen bei Meisterschaften nun Bauingenieurswesen. Auf viele Erfolge zurück blickte auch Friseurmeister Hans-Werner Gobet aus Norderstedt. 50 Jahre nach seiner Meisterprüfung erhielt der ehemalige Obermeister der Innung den Goldenen Meisterbrief.