Hilfe für Familien mit Fluchterfahrung

Die Kita-Lotsen helfen bei Fragen rund ums Kindeswohl. Foto: Sabrina Müller/Kreis Segeberg

Kreis Segeberg. Welche Impfungen sollte ein Kind haben, wenn es in den Kindergarten kommt? Was kostet das? Und was genau ist ein Kindergarten überhaupt? Mit diesen und vielen weiteren Fragen sind Familien mit Fluchterfahrung konfrontiert, wenn Sohn oder Tochter das Kindergartenalter erreicht. Denn neben der gesellschaftlichen Integration ist der Übergang in einen Kindergarten eine weitere Herausforderung für Geflüchtete. An dieser Stelle kommen künftig die Kita-Lotsen ins Spiel: Sie sind in jenen Kindertagesstätten vor Ort, die verstärkt von ausländischen Kindern besucht werden. Aktuell schult die Fachstelle Kinderschutz und Qualitätsentwicklung des Kreis-Jugendamtes gemeinsam mit den Familienzentren Wahlstedt, Trappenkamp, Bad Bramstadt und Südstadt Bad Segeberg 13 Frauen und Männer, die künftig als Kita-Lotsen unterwegs sein werden. Ihre Aufgabe wird es sein, „zwischen den Kulturen zu vermitteln“, wie Dagmar Kristoffersen von der Fachstelle sagt. Die Lotsen sollen Kindern und Eltern das Ankommen in der Kindertagesstätte erleichtern. Sie begleiten die Familien aber nicht nur in der Eingewöhnungsphase, sondern sind auch täglich während der Bring- und Abholzeiten vor Ort und zum Beispiel bei Elterngesprächen mit dabei. In dem kürzlich gestarteten Qualifizierungskursus sprechen die Teilnehmer über das deutsche Kita- und Schulsystem, über die seelische, körperliche und motorische Entwicklung von Kindern, über gesunde Ernährung und Spracherziehung, über Sport und Bewegung, Geschlechterrollen, den Umgang mit Fernseher sowie Computer und Suchtvorbeugung. Die neuen Kita-Lotsen haben alle einen Migrationshintergrund, beherrschen die deutsche Sprache aber gut in Wort und Schrift. Im Anschluss an die Qualifizierung erhalten sie eine Beschäftigung auf 450-Euro-Basis.

Fragen beantwortet Dagmar Kristoffersen unter Tel. 04551/951-697 oder per E-Mail an d.kristoffersen@segeberg.de