Historischer Kabinenroller: Sülfelder restauriert Messerschmitt

In seinem selbst restaurierten historischen Messerschmitt Kabinenroller fühlt sich der 77-jährige Sülfelder Dieter Sienknecht in seine Jugend zurückversetzt. FOTO: ACH

Sülfeld. (ACH) Dieter Sienknecht aus Sülfeld hat ein Faible für historische Automobile. Speziell Modelle der einstigen Marke Messerschmitt. Eines der wahrscheinlich schönsten Exemplare dieses Typs, einen KR 200, restaurierte der 77-jährige Landmaschinenmechaniker-Meister im Ruhestand selbst.

Das Cockpit des 1958 gebauten Oldtimers zeigt deutlich, dass der Hersteller, die Firma Messerschmitt, sich zuvor auf den Bau von Flugzeugen spezialisierte FOTO: ACH

Vier Jahre schraubte, schrubbte, polierte und nähte der Senior an dem historischen Vehikel. „Nur die Lackierung und Blecharbeiten ließ ich in Fachbetrieben machen“, sagt Sienknecht. Seine Vorliebe für den von einem Einzylinder-Zweitaktmotor angetriebenen 1958 gebauten Kleinwagen aus der Zeit der Wirtschaftswunderjahre entdeckte er schon als Kind. Sienknecht: „Das Design hat mich fasziniert. Als ich dann den Führerschein machte, war der Messerschmitt mein erstes Auto.“ 1984 verkaufte ihm ein Nachbar ein in seiner Garage geparktes Exemplar. Er war fahrbereit, aber wahrlich keine Augenweide. Dessen Tochter nutzte damals den Kabinenroller, um in die Schule zu kommen. Danach verschwand er in der Garage. 1999 machte er sich an die Arbeit, zerlegte das Fahrzeug in alle Einzelteile, säuberte Schrauben, Motor und Getriebe, polsterte die Sitze neu, verchromte Scheinwerferabdeckungen und Spiegel, brachte das seitlich aufklappbare Kabinendach auf Vordermann, spendierte seinem rollenden Dreirad neue Felgen und Reifen und manövrierte ihn zu einer Lackierei. „Ich habe mich für die Farbe Ferrarirot entschieden.“ Als der nun perfekt restaurierte Oldie in seine Sülfelder Heimat zurückkehrte, war Sienknecht überglücklich. Für die jahrelange Arbeit wurde der Messerschmitt-Fan aus Leidenschaft und Überzeugung bei zahlreichen Szene-Treffs mit Pokalen für hervorragend geleistete Arbeit regelrecht überschüttet. Rund 4.000 Kilometer pro Jahr legt Sienknecht in seinem historischen Kleinwagen zurück. „Wenn ich im Cockpit des Messerschmitt sitze, fühle ich mich in meine Jugend zurückversetzt“, sagt Sienknecht. Dann dreht er den Zündschlüssel um und knattert mit glücklichen Gesicht los.