Hobbykapitäne steuern ihre Modellboote in der Roland Oase

Aus dem dänischen Vallensbaek kommt Carsten Jensen. Etwa 1.000 Stunden hat der 64-jährige Däne an seiner dampfenden „Queen“ gebastelt. „Doch fertig wird sie nie“, flachst er. Foto: bmd

Bad Bramstedt. (BMD) „Bisher habe ich etwa 1.000 Stunden an meiner ‚Queen‘ gebastelt“, erzählt Carsten Jensen aus dem dänischen Vallensbaek. „Doch fertig wird mein Dampfschiff nie“, ergänzt der 64-jährige Däne vom „Modelskibs Klub“, mit 90 Mitgliedern der größte Modellbau-Club des Königreiches.

Die Modellfreunde aus Dänemark und weitere elf Vereine aus allen Teilen Norddeutschlands, Nordrhein-Westfalens und sogar aus Baden Württemberg sind auf Einladung der Neumünsteraner „De Modellschippers“ in die Bad Bramstedter Roland Oase gekommen. „Gemeldet sind 167 Modellschiffe, 17 U-Boote, 40 Militärfahrzeuge und Lastwagen“, erläutert der Vorsitzende Michael Wilke.

„Modellbau Live“ heißt das zweitägige Event, das zum dritten Mal im Bramstedter Freibad stattfindet. An Wasserfahrzeugen ist die gesamte Palette der Schiffe vertreten, die auch im Original die Meere und Flüsse der Welt befahren – ob Krabbenkutter, Tanker, Versorger von Ölplattformen oder Passagierschiffe. Darunter ein dem Original bis auf die Reling gleichendes Modell der AIDAcara, das erste 1996 gebaute Kreuzfahrtschiff dieser Serie. Wolfgang Gretemeier vom Schiffsmodellbauclub Elmshorn hat mehr als zwei Jahre an dem Modell gebaut. „Allein an Material habe ich mehr als 1.000 Euro in das Modell gesteckt“, berichtet der Hobbyskipper. Die kleine AIDA im Maßstab 1:100 ist einer der „Hingucker“ im Nichtschwimmerbecken der Roland Oase.

Besonders stolz ist auch Heimwerker Urban Dümmong aus Wedel auf seinen kleinen Dampfer Eisbrecher „Stettin“. „Das Schiff entspricht zwar nicht ganz dem Original, aber mit seinen imposanten 1,36 Metern Länge und dem Gewicht von 20 Kilogramm findet er schon viel Beachtung unter den Modellfreunden“, schwärmt er.

Dann betätigt Urban Dümmong zur Bestätigung die Dampfpfeife seines Zweizylindermodells.

Extra aus Bielefeld ist der 18-jährige Tammo Kordes angereist. Sein Schiff, das mit beachtlichen 23 Knoten seine Kreise zieht, ist der Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“, dessen Original seit 1990 Menschen und Schiffe rettet und in Maasholm stationiert ist. „Das Modell im Maßstab 1:20 ist 1,10 Meter lang, hat zwei Motoren und alle Funktionen wie das Original“, erzählt der Anlagenmechaniker in Ausbildung.

Ein besonderes Highlight unter den Hobbyschiffern ist jedes Jahr der Profitaucher Holger Dreysel, der im Schwimmerbecken die Schiffe und U-Boote unter Wasser aufs Korn nimmt. Dreysel, der sonst für das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung auf den Weltmeeren für die Wissenschaft unterwegs ist, filmt mit seiner Profiausrüstung zur Freude der Modellbauer für das Video-Portal YouTube. „Wir sind immer sehr gespannt, welche Perspektiven sich Holger dieses Mal ausgedacht hat“, freut sich Wilke von „De Modellschippers“. „Nach Bad Bramstedt werden wir garantiert nächstes Jahr wiederkommen,“ verspricht Wilke. „Wir werden hier exzellent aufgenommen“.

 

Schiffmodelle, so weit das Auge reicht, bestimmten zwei Tage lang das Bild im Bad Bramstedter Freibad Roland Oase. Foto: bmd