Hühner begeistern Trappenkamps Schüler

Hausmeister Osman Temir (v.li.n.re.) und Lehrerin Stefanie Kock sorgen auch in den Ferien für das Federvieh der Hühner-AG der Richard-Hallmann-Schule. Auch Jannes Greve und Jaron Schier kümmern sich als Mitglieder der Hühner-AG um die Tiere. Foto: dsn

TRAPPENKAMP. (DSN) Die neuesten Apps? Vergiss es. Für viele Schüler der Richard-Hallmann-Schule gibt es etwas viel Spannenderes. Sie lauschen in Pausen und Freistunden, ob Hausmeister Osman Temir „Put, put, put“ ruft. Denn dann zeigen sich fünf ausgewachsene Hühner und ein Hahn im Hühnerhof der Schule, um ein paar Körner zu picken. „Das sind lustige Tiere“, findet Jannes Greve (14) aus Rickling Fehrenbötel. Und „halbwegs intelligent sind sie auch“, hat Jaron Schier (14) aus Rickling beobachtet. Die beiden Schüler helfen oft freiwillig beim Füttern, Ausmisten und Gießen. Die Beschäftigung mit dem Federvieh wirkt positiv auf die Psyche, hat Temir beobachtet. „Die Kinder kommen bei den Hühnern sofort runter.“ Auch das Eiersuchen sei extrem beruhigend, weil einige der Hühner ihre Eier nicht im Stall legen, sondern auf dem teilweise mit Büschen bewachsenen Gelände. Besonders bei den grünen Eiern ist da Achtsamkeit gefordert. Weltkundelehrerin Stefanie Kock gab den Anstoß zum Hühnerprojekt. Sie wohnt auf einem ehemaligen Bauernhof in Geschendorf und hält auch dort einige Hühner. Mit 20 Schülern gründete sie eine Hühner-AG und vermittelte zunächst das nötige Wissen. Osman Temir warb beim Schulträger für das Projekt und suchte Handwerker und Sponsoren zusammen, die das 900 Quadratmeter große Areal zwischen Schulgebäude und Sporthalle mit Scharrfläche, Büschen, Teich und einem schicken Holzhaus bereicherten. Die Technik-AG der Schule zimmerte Hühnerleiter, Sitzstangen und Nistflächen. Der Clou ist eine Hühnerklappe mit Jalousie. Eine Zeitschaltuhr sorgt für das Öffnen in der Dämmerung und die Nachtruhe. Die Eier wandern in die Lehrküche der Schule. Im Gegenzug bekommen die Hühner die fressbaren Küchenabfälle. Der entstehende Mist wird im schuleigenen Kartoffelbeet untergegraben. So lernen die Schüler den Kreislauf kennen“, sagt Stefanie Kock, „und wissen, woher die Eier im Supermarkt kommen.“