Kattendorfer Amateurtheater gewinnt ersten Preis

So sehen Sieger aus: Der Theaterclub Kattendorf gewann den 1. Preis beim Bundeswettbewerb der Amateurtheater Deutschlands (Amarena). Ausgezeichnet wurde das kleine, aber feine Theater in der Kategorie „Gesamtwirken eines Amateurtheaters“. Sie haben sich ganz wesentlich für den Sieg engagiert: Saskia Serwotka (re.), Regie der KidKatts-Gruppe, Birgit Schnackenberg (Mitte), Speelbaas, und Grit Feller, Gruppenleiterin der Kammerspieler. Foto: Georg Grommes

Kattendorf. „Oh, habe ich gedacht. Da sind noch die Bayern und die Baden-Württemberger. Die sind doch kulturell immer sehr aktiv. Aber dann, zack, haben wir‘s gepackt“, Horst Fritschi, Vorsitzender des Theaterclubs Kattendorf, ist immer noch begeistert. Er und seine Mitspieler haben jetzt tatsächlich gegen starke Konkurrenz aus dem Süden den 1. Preis beim Bundeswettbewerb der Amateurtheater Deutschlands (Amarena) gewonnen. Ausgezeichnet wurde das kleine, aber feine Theater in der Kategorie „Gesamtwirken eines Amateurtheaters“.

Ganze Gemeinde ist im Theater engagiert

Ein ganz besonderer Preis für die Kattendorfer, denn damit ehrt Amarena ein Theater, „in dem die ganze Gemeinde engagiert“ ist. Und genau darauf ist die Truppe auch besonders stolz. Aus der Begründung wird deutlich, was die Jury am meisten beeindruckt hat: „Wenn der Dorf-Friseur die Maske übernimmt, man das Kinder- und Dorffest mit Theater bestückt, der (ehemalige) Bürgermeister auch der Bühnenbauer ist, der Bäcker im Ort Requisiten stiftet und sich ansässige Unternehmen um die Übernahme des Kartenvorverkaufs reißen – dann ist ein Amateurtheater in der Region verankert, vernetzt und angekommen. Die Mitglieder des Theater-Club Kattendorf zimmern Bühnen, zaubern Kostüme und Maske, sie leiten an und spielen auf der Bühne. Daraus ist ein beachtlicher Spielbetrieb entstanden, der ohne das ehrenamtliche Engagement der zahlreichen Vereinsmitglieder unmöglich scheint.“

Kleinster Ort mit eigenem Theater

Nicht zu vergessen, dass es die Kattendorfer in Eigenleistung auch geschafft haben, einen Anbau mit einer großen und zwei kleinen Bühnen an der Ostseite der Sporthalle an der Sievershüttener Straße aufzubauen. 100 Zuschauerplätze stehen zur Verfügung. „Damit“, sagt Helga Heins, Gründungsmitglied und zuständig auch für die Kindergruppe, „ist Kattendorf wohl der kleinste Ort in Deutschland mit einem eigenen Theater.“ Acht verschiedene Gruppen hat der Verein heute. Gespielt wird oft auf Plattdeutsch, ergänzt allerdings durch hochdeutsches Schauspiel, traditionsreiche Theaterklassiker oder moderne Jugendstücke. Besonderes Lob für Grit Feller, Gruppenleiterin der Kammerspieler, von allen Club-Mitgliedern: „Sie war der wesentliche Motor der Bewerbung. Und sie wusste von Anfang an“, sagt Vorsitzender Fritschi, „dass wir den ersten Preis bekommen. Trotz starker Konkurrenz.“ Als i-Tüpfelchen packte Saskia Serwotka zur Bewerbung noch ein 17-minütiges Video und ein Fotobuch. Am Ende brachte das den 1. Preis für Kattendorf.

Verliehen wird der Titel Ende September in Leipzig. Neben einer Urkunde gibt es auch Geld. Das können die Theaterleute gut gebrauchen, denn sie finanzieren sich ausschließlich selbst.