Leben wie die Wikinger

Die Falkner Hilja und Kerstin Ulbrich brachten „Onkel Heinz“ und „Dobbie“, zwei europäische Uhus, mit. Besucher konnten sich mit ihnen fotografieren lassen. Fotos: osp

Großenaspe. (OSP) Wild aussehende Gesellen, mit langem Bart und wallenden Mähnen, und Maiden, in grobes Tuch gewandet, waren am Sonnabend und Sonntag in Großenaspe „eingefallen“. Zum ersten Mal hatten Mina und Jens Buckmann aus Neumünster, die mit ihren Kindern den Lagernamen „Burgvolk zu Wittorf“ tragen, zum Heerweg-Markt eingeladen. Obwohl die Wetterprognose nicht besonders günstig war, sind rund 60 Völker und insgesamt 500 Personen, die als Hobby das Leben der Wikinger nachempfinden und dieses auch weitervermitteln wollen, nach Großenaspe gekommen. Den Gästen wurde ein umfangreiches Programm geboten, mit Musikauftritten der Gruppen „Vertriebenen“ und „Pech und Schwefel“, die nicht nur für mittelalterliche, musikalische Klänge sorgten, sondern sich auch als witzige Entertainer darstellten. Bei Schaukämpfen schwangen die Kämpfer paarweise ihre Schwerter. „Das ist mittlerweile eine richtige Sportart geworden“, erklärte Christian Iselhorst aus Berlin, dessen Gruppenname „Irds“ wichtiger als sein eigener sei, wie er betont. Die Kinder durften reiten, Teile von Rüstungen anlegen, mit Äxten werfen oder mit Holzstangen „wilde Drachen“ bekämpfen. Und natürlich gab es auch, typisch Wikinger, Met-Bier und Kulinarisches, das aber dann doch eher durch fantasievolle Namen an die früheren Zeiten erinnerte. Und wer mochte, konnte sich mit „Onkel Heinz“ und „Dobbie“, zwei europäischen Uhus, die die Falkner Hilja und Kerstin Ulbrich mitgebracht hatten, fotografieren lassen. Als Höhepunkt wurde immer wieder die im Dunkeln stattfindende Feuershow, mit verschiedenen Feuer-Toys wie Fackeln und Schwertern vorgeführt, genannt. Interessant auch der Einblick in Handwerke, die gänzlich ohne Strom betrieben wurden, wie sie beispielsweise Jochen Timmermann aus Kellinghusen gab. Der gelernte Tischler drechselte mit einem über einen Riemen angetriebenen Werkzeug. „Man kommt runter und verbringt das Wochenende ohne technischen Schnickschnack“, so seine Begründung, warum er dieses Hobby pflegt. Und auch Organisator Jens Buckmann möchte durch sein Hobby „der großen weiten Welt“ ab und an entfliehen. Er führte das Schmiedehandwerk mit einer alten Esse vor. Pascal Müller, Lagername „Kalle ohne Zahn“ vom Volk der Noorwölfe, stellt zu Hause unter anderem Schuhe und Rüstungen, auch für andere „Wikinger“, her. „Zum Entspannen“, betont auch er. Seine Anregungen holt er sich aus Museen und Büchern. „Außerdem sind wir Online europaweit vernetzt“, so Kalle der Zahnlose. Das Heerlager nach Großenaspe zu holen, war nur möglich, da drei Grundstücksbesitzer ihre Wiesen zur Verfügung stellten.