Mehr Chancen für Jugendliche mit Handicap

Zusammen anpacken und lernen - das wollen Schüler mit und ohne geistige Einschränkungen in einer inklusiven Klasse des Berufsbildungszentrums, aber auch ihre Lehrer und Verantwotungsträger für Bildung und Inklusion im Kreis Segeberg. Foto: Detlef Dreessen

Bad Segeberg (dsn) Eine gemeinsame Berufsvorbereitung für Jugendliche mit und ohne geistige Behinderung bietet jetzt das Berufsbildungszentrum Bad Segeberg an. Als dritte Einrichtung im Land wagt das BBZ die Inklusion auch in Richtung Berufsausbildung. Neun Schüler probieren seit September in einer „Berufsinklusionsklasse-Werkstufe“ Schritte in Richtung ersten Arbeitsmarkt aus. Das heißt: vier Tage pro Woche Unterricht in Deutsch, Mathematik, Weltkunde und Berufskunde mit Jugendlichen, die sich auf den Hauptschulabschluss vorbereiten. Am Mittwoch steht Berufspraxis im Stundenplan: Holztechnik, Farbtechnik und Raumgestaltung, Hauswirtschaft und Backen. Trave-Schülerin Carolin Möller und Luisa Brack, die den Hauptschulabschluss anstrebt, zersägten am Mittwoch schon einträchtig mit der Schrotsäge Bretter in der Holzwerkstatt. „Sie ist meine Freundin“, sagt Möller: „Wir haben auch schon Nummern ausgetauscht.“ Landrat Jan Peter Schröder unterzeichnete den Kooperationsvertrages. „Wir werden Kinder erleben, die aufblühen und sich entwickeln können“, sagt er. Nach einem Jahr können die Schüler um ein oder zwei Jahre verlängern und vielleicht eine Prüfung als Fachhelfer absolvieren. Damit haben sie Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt, etwa in Landwirtschaft oder Gastronomie. Mindestens zwei Teilnehmer haben die Lehrer aber schon jetzt im Blick, die eine Fachhelfer-Prüfung bestehen und dann – auch mit Hilfe von Zuschüssen – Arbeitgeber finden sollten.