Mit dem Einrad durch den Wald

Souveräner Sieger der 8. Waldmeisterschaft war Markus Lansky. Wie schon 2016 schaffte er es, binnen zwei Stunden 13 Runden, also 39 Kilometer im Wald bei Latendorf zu fahren – Streckenrekord bestätigt. FOTO: DLF

Latendorf. (dlf) Sportlicher Ehrgeiz und gutes Miteinander schließen sich nicht aus – das bewiesen die Einradfahrer bei der Waldmeisterschaft im Staatsforst bei Latendorf.

Über 60 Teilnehmer wagten sich auf den drei Kilometer langen Parcours durch den Wald. Ziel für jeden Einradsportler war es, binnen zwei Stunden so viele Runden wie möglich in dem unebenen Gelände zu absolvieren. Der gut trainierte Hamburger Markus Lansky bewies, dass er die Strecke auch in diesem Jahr wieder in Rekordzeit absolvieren konnte und schaffte insgesamt 13 Runden. „Ich komme gerne her, mir gefallen die Strecke, die gute Organisation und die familiäre Atmosphäre“, erklärte der 27-jährige Lansky, der offiziell im SC Ottensen fährt. Als nächstes erwartet ihn die Teilnahme an der Unicon in Südkorea, bei der er in neun Disziplinen antreten wird, darunter auch ein Marathon und ein 100-Kilometer-Rennen.

 

Zusammenhalt und Fairness

Die Waldmeisterschaft fand in diesem Jahr zum achten Mal statt und wurde vom Einradverband Schleswig-Holstein organisiert. Interessant zu beobachten war der sehr kameradschaftliche Umgang der Fahrer untereinander. Viele Muttis begleiteten ihre Schützlinge Runde um Runde, um sie anzufeuern, aufzuhelfen, anzuschieben, zu trösten oder mal das Rad zu schieben. Hilfreich waren auch jene, denen Verpflegungswünsche zugerufen werden konnten, sodass beim nächsten Passieren der geforderte „Müsliriegel mit Himbeergeschmack“ gereicht werden konnte. Nach spätestens einer von den zwei Rennstunden trennte sich im Latendorfer Wald die Spreu vom Weizen: Gesprächs-Duos lösten sich auf, für die einen ging es nun um möglichst viele Runden, für den Rest ums Durchkommen.

 

Dabei sein ist alles

Nicht alle fuhren die vollen zwei Stunden durch. Katja Dohse und Janin Lange vom SV Rickling hörten nach eineinhalb Stunden und vier gefahrenen Runden auf, nicht als einzige. „Das Ziel war nur, dabei zu sein“, erklärte Janin Lange. „Bei der Hitze war auch nicht mehr drin.“ Sie und Katja Dohse sind sonst in der Halle auf dem Einrad aktiv, fahren Pflicht- und Kürprogramme. „Ich fahre auch manchmal über Hindernisse“, verriet Katja Dohse.

„Respekt mal wieder für alle Teilnehmer“, lobte Organisator Andreas Kiep, der auch das Wertungssystem entwickelt hatte. Die Teilnehmer wurden in kombinierte Alters- und Radzoll-Klassen eingeteilt. Markus Lansky fuhr in der Spaßklasse, in der alle übergroßen Räder mit Bremse und Gangschaltung zusammengefasst waren. „13 Runden bedeuten 39 gefahrene Kilometer und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 Stundenkilometern“, rechnete Kiep vor. Erster Verfolger war Vorjahressieger Malon Köppen von den Lübecker Einradfüchsen, der zwölf Runden absolvierte.