Musikfest verbindet die Völker Europas

Am Sonnabend auf der Schlosswiese: im Vordergrund die niederländischen Musiker „Volharding Beeck“ und die dänische Formation „Saebygarden“ in ihren leuchtenden Uniformen.

Bad Bramstedt. (bmd) Es war ein Fest der Superlative – das 19. Internationale Musikfest Bad Bramstedt. Rund 1.450 Musiker aus sieben europäischen Nationen gaben in Bad Bramstedt drei Tage lang ein musikalisches Stelldichein. „Es war Party pur, was hier ablief,“ schwärmte Orchesterdirigent Timo Hänf.

Als am Freitagabend im Kurhaustheater das offizielle Eröffnungskonzert des „1. Europäischen Jugendorchesters“ begann, hatten zahlreiche Musikgruppen bereits mit ihren Auftritten von Marschmusik über Klassik, Jazz, Rock und Rock und Pop die Kurstadt unterhalten. Mehr als 40 Stunden hatte der Norweger Orchesterchef Ivar Hellesnes rund 70 junge Interpreten zu einem fulminanten Klangkörper geformt, der den Bramstedter Kulturtempel mit Werken von Gershwin, Bernstein und Hodges „rockte“. Auch hier höchstes Lob vom Orchesterchef Timo Hänf, der mit dem BT-Orchester Bad Bramstedt den zweiten Teil des Abends bestritt. Am Schluss gab der Musikprofi dem „Affen Zucker“, indem er orchestermäßig arrangierte Stücke der „Spider Murphy Gang“ (Skandal im Sperrbezirk) der „Münchner Freiheit“, „Hubert Kah“ und „Falco“ zum Besten gab. Im Anschluss feierte die Kurstadt mit dänischen, norwegischen, französischen, niederländischen und natürlich deutschen Formationen bis weit in die laue Sommernacht hinein. Die Serenadenkonzerte der niederländischen Formation „MV Heijenoord“ und der Bramstedter „Brass Band wbi“ bildeten den Abschluss des ersten Abends.

Pünktlich um 24 Uhr setzte das weithin sichtbare Feuerwerk ein. Selbst nachts erklang auf dem Bleeck eine nächtliche Jam Session, angetrieben vom französischen Posaunisten Stenvol Inge vom „Panik Orchestra Aspach-Le-Haut“.

Fröhlich eröffneten die Franzosen und die „Oslo Janitsar“ den Musikreigen am zweiten Tag des internationalen Musik-Events auf der Rolandwiese und der RaiBa-Bühne. Parallel ehrten die Stadtoberen und die Organisatoren um Jessika Tonn Abordnungen der insgesamt 38 Formationen die Musiker anlässlich eines Empfangs im Schloss. „Wir haben ja bisher alles geschenkt, was man sich nur vorstellen kann,“ sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach in seiner Ansprache. „Aber eine limitierte Spezialwanduhr mit den Initialen des 19. Musikfestes gab‘s noch nicht“, schmunzelte der Verwaltungschef. Das erste große Highlight am Sonnabend war die „Begrüßung der Nationen“ auf der Schlosswiese. „Vergessen Sie heute mal die Nachrichten, das hier ist das wahre Europa“, rief Kütbach den rund 1.500 Musikern und 1.000 Besuchern zu.

Aus Weißrussland kamen die „Sterne von Rudawelka“. Unter Führung ihrer Mentorin Olga Dulskaja glänzte die Tanz- und Musikgruppe am Sonntag im Festumzug. FOTOS: BMD

„Es ist eine Augenweide, die Musiker in ihren farbigen Uniformen zu erleben“, schwärmte Pressesprecherin Susanne Otto. Herausragend die kleine Gruppe „Sterne von Rudawelka“ aus Weißrussland, die Volkstänze in wehenden Röcken darboten. Der große Festumzug begann am Sonntag um 14 Uhrauf dem Maienbeeck und führte über den Kirchenbleeck, die Beecker Brücke und die Glückstädter Straße durch die Stadt. „Niemand glaubt, dass die Bad Bramstedter so ausgelassen feiern können“, freute sich Mitorganisatorin Agata Schuster. Jens Liebschner, Drummer der berühmten Band „Illegal 2001“, resümierte. „Ich glaube, dass sich mancher Bad Bramstedter nicht im Klaren darüber ist, dass das seit 1965 bestehende internationale Musikfest eine in Deutschland einzigartige Veranstaltung ist, die Europas Völker in dieser tollen musikalischen Form verbindet.“