Notfallambulanz und Chirurgie kennengelernt

„Marvin darf nicht sterben“: Der „Patient“ wurde von den Mädchen im Rettungswagen bestens umsorgt.

HENSTEDT-ULZBURG. (GUG) „Das ist gar nicht schwer“, so die einhellige Meinung der jungen Mädchen aus dem 7. und 8. Schuljahr, die sich unter Anleitung von Oberärztin Dr. Merle Krohn an der Laparoskopie, der Bauchspiegelung, an einem Dummy versuchten. Wie in jedem Jahr bietet die Paracelsus Klinik Jungen und Mädchen beim Girls und Boys Day die Möglichkeit, geschlechtsuntypische Berufe im Krankenhausbetrieb kennenzulernen. Die Jungen besuchten dafür die Neugeborenenstation und die Notfallaufnahme und die Mädchen die Chirurgie und Rettungswache.

Ziel des Aktionstages ist es, den Mädchen vor allem die technischen, naturwissenschaftlichen und handwerklichen Bereiche näher zu bringen und den Jungen Einblicke in pflegerische und erzieherische Berufe zu ermöglichen, auch um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten. Denn nach wie vor entscheiden sich Mädchen überproportional häufig für ein „typisch weibliches“ Berufsfeld oder Studienfach, ohne die ganze Bandbreite des Berufsspektrums zu kennen. Und Jungen wählen seltener den Beruf des Krankenpflegers oder Erziehers.

Bei der Laparoskopie mussten die Mädchen den Dummy mit Hilfe von Endoskopen mehrere Gummibären aus der Bauchhöhle entfernen. Zu sehen waren die „Bärchen“ nur über einen Bildschirm. „Mittlerweile wandelt sich aber das Bild in der Chirurgie, es gibt doch immer mehr Mädchen, die sich dafür entscheiden“, so Oberärztin Dr. Merle Krohn. In der Neugeborenstation zeigte Kinderkrankenschwester Kristina Eybe den Jungen den Umgang mit den Neugeborenen. Hier war doch eher verhaltenes Staunen in den Gesichtern abzulesen. So richtig Spaß hatten die Jungen auf der Notfallstation, hier zeigte die Gesundheitspflegerin Christa Sohn den Jugendlichen, wie ein Castverband anzulegen ist, wie der Blutdruck gemessen wird und Wunden zu versorgen sind. Rettungssanitäter Christian Lederer musste sich um seinen „Patienten“ auf der Trage im Rettungswagen keine Sorgen machen, um „Marvin“, wie der Dummy von den Mädchen getauft worden war, kümmerte man sich aufopfernd. „Mädchen können den Beruf des Rettungssanitäters ebenso gut ausüben, allerdings sollte man wissen, dass es doch ziemlich viel Kraft erfordert, gerade schwere Patienten anzuheben“, gab der erfahrene Rettungssanitäter zu bedenken. Zum Schluss gab es bei den Hygienefachkräften Nicolai Brix und Kollegin Neele Göttsche noch eine Unterweisung in die Hygienestandards. „Händewaschen ist das A und O bei der Hygiene, 80 Prozent der Keime werden über die Hände weitergegeben“, erklärte der Fachmann.