PS-starke Ackergäule ließen ihre Muskeln spielen

Rund 1500 Zuschauer verfolgten, über den Tag verteilt, das Kräftemessen der PS-starken Giganten. FOTOS: ACH

Wakendorf II . (ACH) Kernige Kerle, Dieselduft, röhrende Motoren, gefühlte 90 Prozent Luftfeuchtigkeit und eine staubige Wettkampfarena bei herrlichem Aprilwetter: Genau dieser Mix zieht seit über zwei Jahrzehnten Schlepperfreunde aus dem gesamten norddeutschen Raum zum Trecker-Treck nach Wakendorf II. So auch diesmal. 1.500 Zuschauer verfolgten begeistert die in 23 Gewichtsklassen unterteilten Muskelspiele der PS-starken Ackergäule beim Traktor-Pulling.

Abwechselnd steuerten Vivien Möller und Pascal Pelka, beide aus Henstedt-Ulzburg, den John Deere 6215R.

Die lautstarke Geräuschkulisse mutete besonders bei den größten Modellen an wie der Start eines mit Dieselmotor betriebenen Kampfjets. Ziel aller Trecker-Piloten war es, in möglichst kurzer Zeit eine rund 50 Meter lange Strecke mit einem hinter dem Heck des Schleppers befestigten Bremswagen zurückzulegen und ihn über die Ziellinie zu bringen. Dieses Unterfangen gelang nicht allen. So mancher Traktor machte beim Versuch, das Ziel zu erreichen, unterwegs röchelnd schlapp. Nicht jedoch der motorisierte Ackergaul von Chris Reinfeldt aus Nehms. Mit seinem 1990 gebauten Deutz, Modell 7006, angetrieben von einem 70 PS-starken Motor, überquerte er sicher die Ziellinie. „Ich habe nur wenig Luft auf den Reifen gelassen, damit der Gripp auf dem staubigen Untergrund besser ist, und ein paar Stahlplatten zum Gewichtsausgleich an der Front befestigt“, versicherte der 25-jährige Landwirt mit Faible für Traktor-Pulling. Ebenfalls auf Eisen vor der Front ihres 215 PS-starken Arbeitstieres setzten die 16-jährige Vivien Möller und ihr 20-jähriger Teamkamerad Pascal Pelka, beide aus Henstedt-Ulzburg. Sie gingen abwechselnd mit einem John Deere 6215R an den Start. „Wir haben auch ein wenig Luft aus den Reifen abgelassen und das Gewicht befestigt. Mehr wurde nicht getunt“, so Möller. Rundum zufrieden war am Ende auch Christina Wulff, Pressesprecherin des zurzeit 100 Mitglieder zählenden Vereins der örtlichen Landjugend. Deren ganz besonderer Dank galt den rund 70 freiwilligen Helfern, die bereits drei Tag vor dem Mega-Event unermüdlich im Einsatz waren, Zäune, Tische und Bänke aufstellten sowie für den reibungslosen Ablauf sorgten.