Rechtsanwalt regiert nun 170 Schützen von Bad Segeberg

Das neue Königspaar Nicole Buchert (v.li.) und Gildeoberst Friedrich W. Cochanski, der vor zwei Jahren schon einmal Königsschütze war, genoss die Proklamation mit dem Königsschützen, Ex-König und vormaligen 1. Ältermann, Oberst Kurt Blunk, sowie dessen Frau Ingelore. Foto: Dierk E.Seeburg

Bad Segeberg (des) Alexander Richter hatte als scheidender König der Stadtvogelschützengilde von 1595 eine unerwartet lange Amtszeit. Denn nach seiner Proklamation Anfang Juni vorigen Jahres beim traditionsreichen Vogelschießen, war das 74. Fest seit Wiederbelebung der Gilde nach Kriegsende diesmal zwei Wochen später angesetzt. Und zudem dauerte es erheblich länger als 2016, bis das letzte Teilstück des hölzernen Vogels per Kleinkaliber-Munition von der rund zwölf Meter hohen Stange geholt wurde und damit eine neue Majestät gekürt werden konnte. Der 63-jährige Bad Segeberger Rechtsanwalt und Notar Friedrich W. Cochanski mit seiner Partnerin Nicole Buchert regiert und repräsentiert jetzt für ein Jahr die auf wieder mehr als 170 Vereinsmitglieder angewachsene Gilde. <EA>Zu verdanken hatte er seine Regentschaft dem Wirkungstreffer durch Kurt Blunk.Den Vorbereitungsschuss für den krönenden Treffer durch Blunk gab diesmal Joachim Meyer ab. Bis dahin war 3852mal auf den Vogel geschossen worden. Im Vorjahr hatten die Sportschützen nur insgesamt 2356mal anlegen müssen, um dem Vogel in nur zweieinhalb Stunden den Garaus zu machen. Diesmal dauerte die Prozedur bis kurz nach 20 Uhr. Das ließ sich aber für die vielen Festgäste gut aushalten bei stetem Sonnenschein und Außentemperaturen um 25 Grad Celsius mit angenehm kühler Brise. Der Wettergott blieb den ganzen Tag über den Schützen verbunden, schon seit dem Umzug am Morgen ab 9 Uhr vom ZOB zum Rathaus mit dem Abholen der Ehrengäste und weiter mit drei Zwischenhalten bis zum vereinseigenen Gildeheim am Kühneweg 7. Musikalische Begleitung lieferten wieder der Spielmannszug Traventhal und die Feuerwehr-Kapelle aus Henstedt-Ulzburg. „Es war wieder ein imposantes Bild für die Bevölkerung,“ lobte Bürgermeister und Gildemitglied Dieter Schönfeld auch namens der Bürgervorsteherin Ingrid Altner zu Beginn des Königsfrühstücks im Gildeheim. Die beiden hatten gemeinsam mit Ernst Rüder vom Kreisschützenverband Segeberg noch eine wichtige Auszeichnung im Gepäck: Sie überreichten dem seit März amtierenden 1. Ältermann Dieter Abel eine Plexiglas-Tafel, die auf die Auszeichnung des deutschen Schützenwesens als immaterielles Kulturerbe hinweist.