Schölers leest Platt

Emil Matthiesen (vorne links) aus Trappenkamp, Leonardo Dietrichsen (11) aus Bad Segeberg und Rebekka Reithinger (hinten links) aus Bad Segeberg und Jessica Urbschat (12) aus Klein Rönnau nahmen am Vorlesewettbewerb am Städtischen Gymnasium teil. Foto: MTR

Bad Segeberg. (MTR) „Platt – ik bün dorbi“ heißt das Motto des Lesewettbewerbes, an dem alle Schulen des Landes teilnehmen können. Mit frischen und modernen Texten will der Schleswig-Holsteinische Heimatbund Kinder und Jugendliche zum Lesen plattdeutscher Texte animieren. Vier Schüler vom Städtischen Gymnasium Bad Segeberg zeigten nicht nur viel Fleiß beim Üben, sondern auch tolle Leistungen vor der Jury.

„Platt macht Spaß und hat gleichzeitig als zweite Sprache unseres Landes einen hohen Stellenwert“, erklärt Marianne Ehlers, Referentin für Niederdeutsch beim Schleswig-Holsteinischen Heimatbund. „In den Schulen unseres Landes gibt es vielerorts lange Traditionen, aber auch viele neue Ansätze. Es gibt 29 Modellschulen in Schleswig-Holstein, in denen die Schüler die plattdeutsche Sprache richtig lernen können.“ Plattdeutsch sei eine moderne Sprache, mit der man alles ausdrücken könne. Etwas über die Sprache zu erfahren und gute Geschichten lesen zu können, sei ebenfalls eine erstrebenswerte Leistung. Eine gute Chance dafür bietet der große landesweite Lesewettbewerb „Schölers leest Platt“.

„Wir sind sehr froh, dass sich Schüler unserer Schule für den Lesewettbewerb interessieren“, sagte Petra Herbst. Die Deutschlehrerin am Städtischen Gymnasium gehörte mit zur Jury, die die Leistungen der jungen Leser bewertete. Petra Wede, Joachim Rathje, Frank-Ulrich Bähr und Dita Bähr komplettierten die fünfköpfige Jury am STG.

Die Schüler hatten sich über mehrere Monate mit Jahne Urbschat aus Klein Rönnau auf den Lesewettbewerb vorbereitet. Emil Matthiesen (11 Jahre) aus Trappenkamp, Jessica Urbschat (12) aus Klein Rönnau, Leonardo Dietrichsen (11) aus Bad Segeberg und Rebekka Reithinger (12) aus Bad Segeberg, die alle mit Eltern oder Großeltern auch privat Plattdeutsch sprechen, stellten sich der Aufgabe. Die Jury legte auf die Bewertungskriterien Lesefertigkeit, Aussprache und Ausdruck besonderes Augenmerk. Am meisten überzeugte die Jury Jessica Urbschat. „Die meisten Geschichten haben mir sehr gut gefallen. Es macht einfach Spaß, diese alte Sprache zu sprechen. Mit meiner Mutter rede ich an einem Tag in der Woche nur Plattdeutsch“, so die Siegerin. Die Klein Rönnauerin darf ihr Können beim Regionalentscheid in Wahlstedt im März präsentieren und trifft dort auf Plattschnacker anderer Schulen. „Es war beeindruckend zu sehen, dass die Lesefertigkeit und vor allem die Aussprache bei allen auf sehr hohem Niveau waren“, lobt Petra Herbst die Teilnehmer.