Drei Promis im Wilden Westen

Bad Segeberg. (THB) Gut dreieinhalb Monate bevor sie im Freillichttheater am Kalkberg ihr erstes gemeinsames Wildwest-Abenteuer bestehen müssen, zeigten sich Alexander Klaws, Larissa Marolt und Raúl Richter im Indian Village als prominenteste Ensemblemitglieder der neuen Inszenierung „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ erstmals live der Öffentlichkeit – und das bereits in den Kostümen, die sie ab dem 29. Juni in Bad Segeberg insgesamt 72-mal tragen werden.

Um 12 Uhr mittags – nach Westernlesart: High Noon – drehten Alexander Klaws (35), der in dieser Saison die Nachfolge des nach sechs Spielzeiten ausgeschiedenen Jan Sosniok in der Rolle des „Winnetou“, Häuptling der Apachen, antreten wird, die 26-jährige Larissa Marolt als „Tiffany O’Toole“, in den Rocky Mountains gestrandete Schauspielerin, und der 32 Jahre alte Raúl Richter als „Martin Baumann“, Sohn des Bärenjägers, hoch zu Ross eine Runde für die Kameras.

Sicher im Sattel sitzend, kamen zunächst Marolt und Richter durch das mächtige Tor. Karl-May-Geschäftsführerin Ute Thienel überreichte den beiden schon einmal symbolisch die ersten Requisiten. „Tiffany O’Toole“ erhielt einen kleinen Damen-Revolver, den ihre Darstellerin umgehend mit leicht lasziver Pose im Strumpfband verschwinden ließ. Für sie sei es „eine große Ehre“, für die Karl-May-Spiele verpflichtet worden zu sein, sagte die 26-Jährige. „Ich liebe wilde Sachen; wir werden im Sommer hier die Zeit unseres Lebens haben.“ Ihr Blick galt dabei ihrem Kollegen Raúl Richter, mit dem sie im Stück nach anfänglicher Abneigung eine Romanze erleben darf. So viel verriet gestern jedenfalls schon einmal die Chefin der Kalkberg GmbH, die dem 32-Jährigen zudem ein indianisches Messer in die Hand drückte. Dem komme in der Inszenierung eine ganz besondere Bedeutung zu, erklärte Thienel. „Genau so wie ihn hatten wir uns den Martin Baumann vorgestellt.“

Weit weniger geheimnisvoll war hingegen ihr Präsent für Alexander Klaws. Der mittlerweile 14. Winnetou in der Geschichte der Karl-May-Spiele, der nach den beiden Gaststars allein zur berühmten Filmmelodie des Komponisten Martin Böttcher im Indian Village erschien, bekam die berühmte Silberbüchse vererbt, ohne die kein Winnetou denkbar ist.

Nach dem freiwilligen Abschied Sosnioks im September habe man intensiv nach einem passenden Nachfolger gesucht, berichtete Thienel. „Zeitweilig lagen bei uns die Fotos von über 50 Schauspielern verstreut auf dem Tisch.“ Ein Name sei in den Diskussionen der Verantwortlichen aber immer wieder gefallen: Alexander Klaws. „Er ist auch der einzige, dem wir für diese Rolle ein Angebot gemacht haben“, betonte sie. Denn bereits 2017, als der 35-Jährige den Titelhelden „Old Surehand“ verkörperte, habe sich eindeutig gezeigt: „Du und die Karl-May-Spiele passen wunderbar zusammen.“ In den kommenden Wochen will die Kalkberg GmbH nun auch noch die restlichen Rollen besetzen. Großer Gegenspieler von Winnetou und Old Shatterhand wird 2019 im Übrigen kein klassischer weißer Schurke sein, wie etwa der legendäre Ölprinz, sondern ein roter Mann: der „Schwere Mokassin“, mächtiger Häuptling der Sioux-Ogellallah.