Sicherheitstraining fürs Motorrad

Das unverhoffte Ausweichen vor einer Gefahrenstelle zeigt Instruktor „Garfield“. Foto: bmd

Bad Bramstedt. (BMD) Spätestens seit April hat die Motorrad-Saison wieder begonnen, und es vergeht kaum ein Tag, an dem Biker nicht an einem Unfall beteiligt sind, den sie oftmals nicht einmal selbst verschuldet haben. Im vergangenen Jahr sind allein in Schleswig-Holstein zwölf Motorradfahrer tödlich verunglückt. Das waren fast doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. 

Diese Statistik wollen die „Blue Knights“ (blaue Ritter) nachhaltig durch Sicherheitstrainings verbessern. Dabei handelt es sich um eine weltweite Vereinigung von motorradfahrenden Polizisten, Zöllnern und Justizbeamten, die nicht nur das Thema Sicherheit auf ihre Fahnen geschrieben haben, sondern auch Gemeinschaft pflegen, Biker-Touren unternehmen und gemeinnützige Projekte unterstützen. 

In Schleswig-Holstein gibt es seit mehr als 20 Jahren rund 40 blaue Ritter, die sich „Blue Knights Germany X“ nennen. Zusammen mit ihren Angehörigen und Bikern aus benachbarten Bundesländern sowie Dänemark trafen sich 86 Motorradfahrer am letzten April-Wochenende auf dem Gelände der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt zu einem anspruchsvollen Sicherheitstraining.

Unter der Leitung von Bundespolizist „Big Tom“, der zugleich Präsident des nördlichen Chapters ist, wurde sieben Stunden lang an elf Stationen sicheres Bewältigen der Maschinen trainiert. Gleich zu Anfang, wo es um intensives Bremsen ging, gab es die ersten Stürze, die allesamt glimpflich ausgingen. „Denn starkes Bremsen mit zeitgleichen Lenkmanövern vertragen sich halt nicht“, bescheinigte Instruktor Gerd den Gestürzten.

Das folgende Slalomfahren um Pylone gab den Bikern das Gefühl, wie sich das Krad beim schnellen Spurwechsel verhält. Ausgesprochen anspruchsvoll gestalteten sich das Fahren enger Kreise und das unverhoffte Abbiegen vor imaginären Gefahrenstellen, die Instruktoren kurzeitig anzeigten. „Dass das Umfahren einer Gefahrenstelle eher gelingt, wenn man unmittelbar nach Erkennen der Situation den Ausweg ins Visier nimmt, ist nicht allgemein bekannt“, konstatierte Instruktor „Garfield“ nach einigen umgekippten Pylonen. 

Das Sicherheitstraining, das noch Standbeinwechsel, Punktbremsen, Geschicklichkeitsfahren und Erste Hilfe beinhaltete, brachte auch „alten Hasen“ neue Erkenntnisse, wie allenthalben bestätigt wurde. Hilfreich auch die Tricks, selbst eine schwere Maschine einen Berg hochzuschieben oder das gute Stück im Stand zu umrunden, ohne das es umkippt.  Aus den Teilnehmerbeiträgen des Sicherheitstrainings wird stets ein Teil gespendet. Ein Scheck in Höhe von 500 Euro geht diesmal an den Verein „Plietsch & Stark“, der sich darum kümmert, dass möglichst alle Kinder schwimmen lernen.