Verena Jeske fühlt sich in Bad Bramstedt wohl

Verena Jeske hat in ihrem neuen Amt als Bürgermeisterin viel zu tun. Foto: bmd

Verena Jeske wurde im vergangenen Jahr mit knapp 58 Prozent zur neuen Bürgermeisterin Bad Bramstedts gewählt. Sie löste Hans-Jürgen Kütbach ab, der das Amt 18 Jahre innehatte. Der Nord Express interviewte Jeske, die am 11. Mai 100 Tage im Amt war.

Frau Jeske, wie geht es Ihnen nach mehr als drei Monaten im Bürgermeisteramt? 

Verena Jeske: Gut, ich bürgermeistere gerne, mag Menschen, Projekte und Aufgaben, jeder Tag ist anders.

Was war und ist das Schwierigste? 

Leider hat der Tag nur 24 Stunden, es könnten durchaus 48 sein. Ich arbeite mit Freude durchschnittlich 14 bis 15 Stunden täglich, die späten Abendtermine noch nicht eingerechnet. 

Sie haben Bürgersprechstunden eingeführt. Wie laufen die?

Sehr gut, sie sind bereits kurz nach Bekanntgabe ausgebucht. Sie dauern jeweils zwei Stunden im Viertelstundentakt, damit möglichst viele Bürger zu Wort kommen. Ich bekomme dabei sehr interessante Anregungen, die ich, soweit möglich, an meine Mitarbeiter weiterleite. Eines der Hauptthemen ist die mangelnde ärztliche Versorgung in Bad Bramstedt.

Die nächste Sprechstunde ist am morgigen Donnerstag um 18 Uhr im „Golfpark Bissenmoor“. Eine Anmeldung ist unter Tel. 04192/50622 möglich. 

Sprechen Sie Plattdeutsch, so wie Ihr Vorgänger Hans-Jürgen Kütbach?

Da ich aus Mecklenburg-Vorpommern komme, verstehe ich natürlich Plattdeutsch. Aber sprechen sollte man es nur, wenn man es gut beherrscht.

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Kritik ist ein Geschenk. Man bekommt Feedback, um an sich zu arbeiten.

Wie haben sich Ihre beiden Kinder Quentin und Veit eingelebt?

Mein zehnjähriger Sohn Quentin hat sofort Freunde gefunden. Er geht in die Maienbeeckschule und ist Bogenschütze im Schützenverein. Der Dreijährige geht in die Kita und fühlt sich dort sehr wohl, wie er mir berichtet.

Was halten Sie von der neuen Jugendbewegung „Fridays for Future“?

Finde ich gut. Auf die Straße gehen, ist ein wichtiger Teil unserer Demokratie. Dass junge Leute dieses Engagement zeigen, ist mehr als löblich, denn sie müssen in der Welt leben, die wir Älteren ihnen zurücklassen.

Es ist bekannt, dass Sie sich für eine Lagerfeldstraße einsetzen. Wird es die bald geben?

Klar, ich hätte sie gerne, denn der große Modeschöpfer hat ja hier als Schüler zahlreiche Jahre verbracht. Doch im Moment liegt mir die Sanierung der K 111 (Landweg/Bimöhler Straße) mehr am Herzen. Damit es hier zügig weitergeht, bringe ich mich im Bauamt persönlich ein, habe die Angelegenheit zur Chefsache gemacht. 

Was gefällt Ihnen an Bad Bramstedt besonders?

Ich mag die Menschen hier, die mir aufgeschlossen und warmherzig begegnen. Das Städtchen liegt so schön im Grünen, hier ist Natur pur. Ob Entspannen in unserem Warmwasserbad „Roland Oase“ oder Spaziergänge an den Auen, hier kann man sich wirklich wohlfühlen. Ich habe mindestens drei schöne Ecken ausgemacht, an denen ich mich gut entspannen kann.

Während des Wahlkampfs vermutete mancher Bad Bramstedter, dass Sie hier nur eine Wahlperiode Bürgermeisterin sein wollen? 

Ganz sicher nicht, ich werde bestimmt ein zweites Mal antreten, denn ich möchte doch gerne die Früchte meiner Arbeit genießen. Ob ich dann ein drittes Mal antreten würde, so ich ein zweites Mal gewählt würde, kann ich natürlich heute noch nicht sagen.

Haben Sie noch Zeit für Ihre Hobbys?

Leider viel zu wenig. Doch fotografieren kann man ja heute jederzeit mit dem Smart-<DI>phone. Und Zeit fürs Joggen finde ich immer. Wir haben im Rathaus eine Laufgruppe gegründet, die sich montags um 16.15 Uhr vor dem Gebäude trifft und etwa fünf Kilometer durch die Stadt läuft.

Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Bernhard-Michael Domberg.