Willkommen im Bad Segeberger Jugendcafé!

Sie gehören zur ehrenamtlichen Besetzung im neuen Jugendcafé in Bad Segeberg: Leon Paschen (v.li.n.re.), Marian Kaletsch und Lennart Stahl. Über weitere Hilfe in dem Ladenlokal an der Twiete vor der Dahlmannschule würden sie sich freuen. Foto: stm

Bad Segeberg. (STM) Leckere Muffins auf dem Tresen, strahlende Gesichter gleich dahinter: Den jungen Leuten im Jugendcafé steht die Freude über die Eröffnung der neuen Einrichtung ins Gesicht geschrieben. In den ehemaligen Räumen des Cafés „Milk & Honey“ soll es ab sofort einen Rückzugsort und Treffpunkt für Kinder und Jugendliche geben. Ob ältere Gäste dort willkommen sind, ist noch nicht geklärt. Noch im Frühjahr hatte „Milk & Honey“ dort neben dem Modehaus M & H residiert; innerhalb von nur acht Wochen wurde das Ladenlokal nun zum Jugendcafé umgerüstet. Möglich wurde dies durch die Initiative dreier Privatmänner: Udo Nickel, Jochim Hollmann und Dr. Henning Vollert – allesamt Kommunalpolitiker der Grünen. Die Stadt Bad Segeberg hatte zuletzt ein Jugendbüro mit Leiter Thomas Minnerop im WortOrt-Gebäude an der Oldesloer Straße eingerichtet; doch das ebenfalls angedachte Jugendcafé wurde von der Stadtvertretung aus finanziellen Gründen nicht angeschoben. Deshalb machten sich mehrere Jugendliche und die drei Fraktionskollegen der Grünen auf eigene Faust auf die Suche nach einer geeigneten Immobilie. Fündig wurde man nun in der Twiete vor der Dahlmannschule – und Vermieter Torsten Ahlert ließ sich von einem Fünf-Jahres-Vertrag überzeugen. Die Miete zahlen Nickel, Hollmann und Vollert bis auf weiteres aus eigener Tasche. In einigen Monaten soll aber ein Trägerverein, der sich gerade in Gründung befindet, als Mieter übernehmen. Danach, dass die Stadt Bad Segeberg das Jugendcafé in eigener Regie übernimmt (wie anfangs gehofft), sieht es aktuell nicht aus. Bürgermeister Dieter Schönfeld möchte die Verantwortung in privaten Händen belassen, kann sich aber einen namhaften Zuschuss vorstellen, wie er jüngst in einer Gesprächsrunde mit Jugendlichen im Rathaus erklärte. Von bis zu 20.000 Euro pro Jahr war die Rede. „Das wäre dann schon mal die Miete“, sagt Thomas Minnerop. Der Betrieb des Cafés muss aber ehrenamtlich organisiert werden. Derzeit wechseln sich mehrere Jugendliche ab, zu denen Marian Kaletsch, Lennart Stahl und Leon Paschen gehören. Auch Nickel, Hollmann und Vollert wollen mit Tresendienst zum Gelingen beitragen, so lange die Personaldecke noch dünn ist. Das Café soll werktags von 9 bis 19 Uhr und sonnabends von 9 bis 15 Uhr geöffnet haben. Am Sonntag bleibt es geschlossen. Minnerop: „Wir sind da noch in der Findungsphase.“

Kein Konsumzwang

Alkohol wird im Jugendcafé (natürlich) nicht ausgeschenkt. Statt dessen soll es Softdrinks und Snacks geben. Alles wird zum kleinen Preis verkauft; Leitungswasser ist sogar kostenlos. Wobei Thomas Minnerop eines ganz wichtig ist: „Es gibt keinen Konsumzwang.“ Die jungen Gäste dürfen sich dort auch einfach nur aufhalten. Bücher und Spiele liegen bereit. Sozialausschussvorsitzende Kirsten Tödt (SPD), die bei der Eröffnung zu Gast war, zeigte sich schon mal beeindruckt: „Ich finde das wirklich mutig und großartig.“ Minnerop ist in seiner Begeisterung kaum zu bremsen. „Dass drei Privatleute sowas auf die Beine stellen, ist der Hammer! Es wird für Jugendliche in Bad Segeberg ja leider viel zu wenig angeboten.“ Für die jungen Leute soll das Betreiben des Cafés auch „ein schöner Lernprozess“ sein, wünscht sich Nickel. Gesucht wird noch ein Name für das Café. Wer Mitglied im neuen Trägerverein werden und einen Jahresbeitrag von mindestens 12 Euro entrichten möchte, kann einfach im Café vorbeischauen. Die Anträge liegen dort aus. Das Café mit seinen 25 Plätzen im Innenraum und der Terrasse beherbergt neben dem Tresen auch „Bad Segebergs kleinste Bühne“ (Udo Nickel) für spontane oder geplante Auftritte. In den nächsten Wochen wird nach Worten der Organisatoren geklärt, ob die Jugendlichen im Café unter sich bleiben wollen oder auch ältere Gäste kommen dürfen.