Das Friedenslicht aus Bethlehem erreichte Bad Bramstedt

In einer sturmsicheren Laterne, linke Hand, brachten Sabine und Erwin Schmuhl das Friedenslicht ins Bad Bramstedter Schloss. Das Licht wurde in die kleine Laterne übertragen, die bis einschließlich 7. Januar im Rathaus steht, wo sich Bürger das Friedenslicht holen können. Foto: bmdIn einer sturmsicheren Laterne, linke Hand, brachten Sabine und Erwin Schmuhl das Friedenslicht ins Bad Bramstedter Schloss. Das Licht wurde in die kleine Laterne übertragen, die bis einschließlich 7. Januar im Rathaus steht, wo sich Bürger das Friedenslicht holen können. Foto: bmd

Bad Bramstedt. (bmd) Nach alter Tradition wurde das Friedenslicht aus Bethlehem noch vor dem 4. Advent nach Bad Bramstedt gebracht.

Erwin Schmuhl und seine Frau Sabine hatten es aus dem tausend Kilometer entfernten Linz in Österreich abgeholt und übergaben es im Schloss der Bürgervorsteherin Annegret Mißfeldt und dem Stellvertretenden Bürgermeister Arnold Helmcke. „Es war beeindruckend, als wir im Beisein von rund 1.500 Pfadfindern aus 19 Nationen das Friedenslicht im Linzer Dom in Empfang nehmen durften“, beschreibt der 55-jährige Schmuhl den unvergesslichen Moment. Schmuhl und seine Frau sind selbst Pfadfinder der Altpfadfindergilde.

Obwohl es das zehnte Mal ist, dass die Familie Schmuhl das Licht des Friedens in die Kurstadt bringt, „ist es immer wieder ein erhabenes Gefühl, Teil dieser weltweiten Aktion zu sein“, wie beide betonen. „Wer hätte gedacht, dass das am 6. Januar kreierte Motto für das Friedenslicht 2018 ‚Frieden braucht Vielfalt – zusammen für eine tolerante Gesellschaft‘ eine derartige Bedeutung bekommen würde, wenn man an die Ereignisse des ausgehenden Jahres denkt“, so Sabine Schmuhl.

Diesen Gedanken griff auch Mißfeldt anlässlich einer kleinen Feierstunde auf, als sie betonte, dass Toleranz, Offenheit und die Bereitschaft aufeinander zuzugehen, die Basis jeglichen friedlichen Miteinanders seien – im Großen wie im Kleinen. „Sensibel wie das Kerzenlicht, das wir mitbrachten, ist der Frieden“, philosophierte Erwin Schmuhl.

Die Aktion „Friedenslicht aus Bethlehem“ ist ein Weihnachtsbrauch, der Mitte der 1980er-Jahre vom österreichischen Rundfunk (ORF) ins Leben gerufen wurde. Seit dieser Zeit entzündet ein Kind aus Österreich das Friedenslicht in der Vorweihnachtszeit in Betlehems Geburtsgrotte Jesu und bringt es per Flugzeug wechselweise nach Wien oder Linz. Von hier wird es seit 1989 von Pfadfindern auch nach Deutschland und in andere Länder Europas gebracht. Nach Hamburg kam das Licht erstmalig vor 25 Jahren, nach Schleswig-Holstein ein Jahr später. Inzwischen erreicht das Friedenslicht auch den amerikanischen und über Russland auch den asiatischen Kontinent

In Bad Bramstedt steht das Licht im Rathaus am Bleeck, wo es zu den regelmäßigen Öffnungszeiten bis einschließlich 7. Januar mit eigenen Kerzen übernommen werden kann. „Eine windsichere Laterne sollte mitgebracht werden,“ empfiehlt Arnold Helmcke.