Rechnen und Knobeln bis in die Nacht

Rainer Friedrich und Tochter Pia aus Bad Segeberg grübelten bei der Langen Nacht der Mathematik am „STG“. Foto: mtr

 

Bad Segeberg. Grübeln, rechnen, verzweifeln oder über die richtige Lösung freuen – Enttäuschungen über missglückte Lösungsversuche mischten sich mit großen Jubelstürmen über das Erreichen der nächsten Runde. Die „Lange Nacht der Mathematik“ brachte weltweit 17.808 Teilnehmer an 340 Schulen an ihre Grenzen und sorgte erneut für Begeisterung.

„Bei uns sind 120 Schüler und 40 Eltern dabei“, rechnete Wolfgang Loch vor. Der Gymnasiallehrer ist Hauptorganisator der „Langen Nacht der Mathematik“ am „STG“. Zehn Kollegen unterstützten den Bad Segeberger dabei, die kleinen Rechenkünstler mit Aufgaben zu versorgen. Die Pädagogen freuten sich über den Ehrgeiz ihrer Schützlinge, die sich alle freiwillig zum Wettbewerb angemeldet hatten.

„Das Knobeln macht sehr viel Spaß“, zeigte sich Junis Birgül aus Groß Rönnau begeistert. „Einfach sind die Aufgaben aber nicht.“ Der Zwölfjährige war einer von 30 Sechstklässlern, die in mehreren Gruppen nach Lösungen suchten. In kleinen Gruppen, manchmal auch mithilfe der Eltern oder Lehrer, wurden die schwierigen Textaufgaben bearbeitet. Ausgerüstet mit Geodreieck, Zirkel, Bleistift, Würfel und vor allem genügend Vorstellungsvermögen gingen die Jungen und Mädchen in den Wettbewerb, der von einem Team der Klaus-Groth-Schule unter der Leitung von Lehrer Jochen Carow seit 1999 veranstaltet wird. Die Teilnahme ist kostenlos und weltweit möglich. Mittlerweile schickt sogar die Deutsche Schule in Yokohama (Japan) Schülergruppen ins Rennen.

Mehrere Stunden grübelten die Teilnehmer über den Aufgaben. Wurden alle Antworten gefunden, konnten die Ergebnisse online eingegeben werden. War alles richtig, wurde die nächste Runde für den jeweiligen Jahrgang der Schule freigeschaltet. Drei Runden waren zu überstehen. Bis in die frühen Morgenstunden konnte weiter gerechnet werden – entweder in der Schule oder zuhause. „Die Lange Nacht der Mathematik dauert bis 8 Uhr am Morgen“, erklärte Loch. So lange hielten es aber nur die wenigsten Teilnehmer aus. mtr