Benachteiligte im Alltag unterstützen

Für einen Mann, für den Hans-Joachim Hecker als gesetzlicher Vertreter fungiert, muss er täglich die Medikamente zusammenstellen und die Einnahme überwachen. Foto: tö

Kaltenkirchen. (tö) Ein Dankeschön gibt es selten, „aber das erwarte ich auch nicht“, sagt Hans-Joachim Hecker: „Für mich ist es schön, wenn es mir gelingt, den von mir Betreuten zu helfen, ihr Leben besser zu meistern.“

Der 82-Jährige übernahm bereits 1967 seine erste Vormundschaft und hat seitdem ohne Unterbrechung als gesetzlicher Betreuer gearbeitet, wie es heute heißt. Hecker ist damit eine Person, die vom Gericht bestimmt wird, um Menschen zu unterstützen, die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung oder einer psychischen Krankheit nicht mehr in der Lage sind, eigenständige Entscheidungen zu treffen. „Ich werde überwiegend von Angehörigen gefragt, ob ich diese Aufgabe übernehmen möchte“, verrät Hecker.

13 Männer und Frauen betreut er zurzeit. Und diese Aufgabe macht er ehrenamtlich, gegen eine geringe jährliche Aufwandsentschädigung.

Der Arbeit mit Menschen, die nicht vom Schicksal begünstig sind, hat sich Hecker nicht nur beruflich, sondern auch privat sein ganzes Leben über verschrieben. Bis zu seiner Pensionierung war Hecker Leiter des DRK-Alten- und Pflegeheimes Am Ehrenhain in Kaltenkirchen. Die Behindertenarbeit war daneben für ihn immer Berufung. So gründete er mit Mitstreitern 1969 den Verein „Lebenshilfe für geistig Behinderte“ und setzt sich seitdem mit ganzer Kraft dafür ein, dass behinderte Menschen gefördert und in die Gesellschaft integriert werden.

Lange war Hecker auch ehrenamtlicher Geschäftsführer der Lebenshilfe. Wegen der immer umfangreicheren Aufgaben wurde dort vor 20 Jahren eine eGmbH gegründet mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer. Hecker ist aber seit vielen Jahren Vorsitzender des Vereins der Lebenshilfe. Vergangene Woche wurde er gerade wieder in diesem Amt bestätigt.

In dieser Funktion kümmert er sich unter anderem um die Freizeitgestaltung Behinderter. Dafür gründete er 2001 einen eigenen Club. Es wird geschwommen, gekegelt, Bingo gespielt, und einmal im Jahr geht es auf eine mehrtägige Urlaubsfahrt. Jede dieser Touren hat Hecker bislang als Betreuer begleitet – ehrenamtlich.

Die Menschen, für die er die Rechtsgeschäfte tätigt, leben zum Teil in einer Einrichtung der Lebenshilfe. Gerade erst war er mit einem seiner Betreuten in Kiel. Es ging um das Aufklärungsgespräch für eine Operation, wofür Hecker die Einwilligung unterschreiben musste. Zu einem anderen seiner Probanden muss er täglich fahren, um ihm die nötigen Medikamente zu bringen und die Einnahme zu überwachen, „denn alleine bringt er das durcheinander“.

Manchmal muss er auch Verträge wieder rückgängig machen, wenn etwas gekauft wird, was seine Schützlinge nicht bezahlen können. Deshalb trainiert er immer wieder mit ihnen den Umgang mit Geld.

„Ich hoffe, noch möglichst lange für Menschen mit Behinderungen da sein zu können“, sagt der 82-Jährige.