Der erste Bauabschnitt ist fertiggestellt

Das Deckengewölbe im Altarbereich wurde saniert, das Christuskreuz gereinigt. Der Kronleuchter wurde während der Maßnahmen staubsicher eingepackt. Foto: fri

Bad Segeberg. Vor der offiziellen Eröffnung am 10. November konnten die Spender und Stiftungen die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts in der Marienkirche bewundern. Von der umfangreichen Restaurierung betroffen sind der Altarraum und die Vierung vor den ersten Bankreihen. Bei einer Dankveranstaltung mit einem kleinen Konzert stellte die Hamburger Architektin Christine Johannsen anhand von Fotos die einzelnen Sanierungsphasen in der ältesten Gewölbebasilika der Backsteinromantik Nordelbiens (Grundsteinlegung im Jahr 1156) vor. Bischof Gothart Magaard aus Schleswig, der sich – wie er sagt – durch viele Besuche mit der Marienkirche sehr verbunden fühlt, hielt den Festvortrag.

Dank für Zuwendung und Spenden

Der erste Vorsitzende des Fördervereins Marienkirche, Prof. Asmus Hintz, begrüßte die 120 Gäste in dem von Küster Thomas Teegen und seinem Team mühevoll vom Baustaub gereinigten Kirchenschiff. Hintz dankte den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern des Renovierungsausschusses, dem Architekturbüro Johannsen, den Handwerksbetrieben und Restauratoren wie auch den Privatpersonen und Firmen für die Zuwendungen und Spenden.

Bischof Gothart Magaard bezeichnete in seinem Festvortrag die Gemeinde Jesu Christi als eine Baustelle seit 2000 Jahren. Sie diene dem Leben einer Gemeinde, der letzte und maßgebliche Bauplan liege jedoch in Gottes Hand. Ausführlicher gab er seine Gedanken zur Bedeutung der Kirchengebäude weiter und zitierte den Autor Peter Bieri: „Ich will zu leuchtenden Kirchenfenstern hinaufsehen, Ich will mich einhüllen lassen von der herben Kühle der Kirchen, ich will dem rauschenden Klang der Orgel hören“. Er verglich die Worte des Apostels Paulus an die Epheser mit der Situation des Bauprojekts in Bad Segeberg, dass die Menschen nicht mehr Gäste, sondern Gottes Hausgenossen seien. „Das wird gelingen, weil der Bau auf einem festen Fundament steht – auf Gedanken, die uns tragen. Christus ist der Schlussstein, also der eine Stein, der den Bau vollendet und zusammenhält“, freut er sich über das vielfältige bürgerschaftliche Engagement. „Wir brauchen Orte wie die Marienkirche in Bad Segeberg, um gestärkt zu werden für den Alltag draußen vor den Kirchentüren.“

Architektin Christine Johannsen stellte die Baumaßnahmen von Mai bis November 2019 vor, die mit speziellen Werkzeugen von den Decken und Wänden geholten und neu aufgetragenen Dispersions-Farbanstriche, die Gerüstaufbauten, die Ausbesserung der Risse sowie die restaurierten Gips-Kunstwerke im Bereich der Mauern. Auch ein Einbau eines neuen Lichtkonzepts wurde bewerkstelligt. „Ein ganz besonderer Moment“, berichtet sie, „war die abenteuerliche Demontage und der Transport des tonnenschweren Christus-Kreuzes, das jetzt wieder gereinigt von der Decke die Besucher erfreut“.

Kirchenbetrieb läuft weiter

Die Vorsitzende des Renovierungsausschusses der Kirchengemeinde, Pastorin Rebecca Lenz, stellte die weiteren Baumaßnahmen vor und betonte, dass trotz der Bauarbeiten der normale Kirchenbetrieb weiterlaufe. Der jetzt folgende zweite Bauabschnitt im großen Mittelschiff wird, wenn alles gut läuft, Ende des nächsten Jahres beendet sein, ehe dann die dritte Bauphase im Eingangsbereich mit Orgelempore, Ausbau der alten Orgel und Einbau der neuen Winterhalter-Orgel sowie die Turmsanierung in Angriff genommen wird. „Danach wird es ein ganz neues Erleben der Kirche sein. Ich hoffe, dass ich das noch vor meiner Berentung erleben darf“, schmunzelt sie.

Musikalisch eingerahmt wurde das Programm durch Orgelwerke, die der Kreiskantor Andreas Maurer-Büntjen grandios interpretierte. Die beiden FSJ-lerinnen der Kirchenmusik, Lilly Schotters und Lisa Anhalt, brachten vierhändig am Flügel den „Liebestrank“ von Franz Liszt zu Gehör und Daphne Barchewitz rundete den Abend mit einem wunderbar vorgestellten Cello-Vortrag, dem „Lied ohne Worte“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, ab.