Die Spuren von Pastor Hofmann

Pastor Bernd Hofmann, Pröpstin Almut Witt, Pastor Jörg Möller-Ehmke und Pastorin Petra Fenske reichten den Kirchenbesuchern das Abendmahl, ein ausgesprochener Wunsch von Pastor Bernd Hofmann zu seiner Verabschiedung. Foto: osp

Bad Bramstedt. (OSP) „Dies ist ein besonderer Tag, aber nicht, weil es mein letzter Arbeitstag ist, sondern der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“, meinte Pastor Bernd Hofmann zu Beginn seiner letzten Predigt in der Maria-Magdalenen-Kirche. 

37 Jahre war er in der Kirchengemeinde Bad Bramstedt tätig. Viele waren gekommen, um den beliebten Pastor, der so manches Mal auch in Plattdeutsch predigte, noch einmal auf der Kanzel zu erleben. „Es ist ein besonderer Gottesdienst für uns alle. Deine Gemeinde nimmt Abschied von dir“, hatte Pastorin Petra Fenske bei der Begrüßung in der voll besetzten Maria-Magdalenen-Kirche gemeint. 

Letztlich war es, das ging aus Hofmanns Predigt hervor, der Nationalsozialismus, der ihm, der sich als Jugendlicher noch als Atheist betrachtet hatte, den Anstoß für sein Theologiestudium gab. „Ein Film über die Öffnung des Konzentrationslagers Birkenau hat meinen Kinderglauben beendet“, so Hofmann. Er fragte sich, wie Gott derartiges zulassen konnte und diese Frage habe ihn sein ganzes Berufsleben begleitet. Mit der Thematik setzte er sich auch immer wieder in der Arbeit mit seinen Konfirmanden auseinander, machte er deutlich. Dass die Konfirmanden ihm besonders am Herzen lagen, unterstrich auch Propst Kurt Riecke, der aufgrund einer lang geplanten Dienstreise nicht an dem Gottesdienst teilnehmen konnte. „Entdeckt euer Leben und macht eure Erfahrung“, rief er dann auch den Konfirmanden in der Kirche zu. „Neugier schärft das Leben und öffnet die Seele“, ergänzte Hofmann. Nach seiner Predigt verabschiedete sich Bernd Hofmann mit den Worten: „Noch einmal habe ich die Geduld meiner Gemeinde strapaziert.“ Die Gemeinde dankte es ihm mit einem riesigen Applaus.

Pröpstin Almut Witt aus Kiel betonte, dass Bernd Hofmann Spuren in der Gemeinde hinterlassen habe. Hofmann sei es immer um neue, lebensnahe Impulse für den Glauben gegangen, ohne dabei abgehoben zu sein. „Er ist einfach ein guter Theologe“, brachte Riecke seine Einschätzung von Bernd Hofmann auf den Punkt.