Ein Blütenmeer für Wildbienen

Mit großer Begeisterung säten Schüler der Grundschule Trappenkamp Samen von seltenen Wildblumen im Rotwildgehege des Erlebniswaldes Trappenkamp aus, damit dort bald Wildbienen und andere Insekten viel Nahrung finden. Foto: dsn

DALDORF. (DSN) Mit dem Pinsel von Blüte zu Blüte gehen, damit an Obstbäumen Äpfel und Birnen wachsen – das mögen sich die Schüler der Grundschule Trappenkamp nicht vorstellen. Darum halfen sie jetzt bei einer Naturschutzaktion, die dafür sorgen soll, dass weiterhin genug Insekten das Bestäuben übernehmen können.

Trotz Nieselregens stellten sich 25 Viertklässler im Erlebniswald Trappenkamp zur Rettungstat auf. In weitem Bogen verstreuten sie im Rotwildgehege Saatgut, das ihnen Dr. Christian Dolnik, Mitarbeiter der Stiftung Naturschutz, zuvor gegeben hatte. „Viele Insekten sind aufgrund der Form ihres Rüssels auf besondere Pflanzen angewiesen“, erklärte Dolnik. Auch die schönsten Blumen würden nichts nutzen, wenn Rüssel und Blüte nicht passen. Gefragt seien Wiesen-Habichtskraut, Saat-Hohlzahn, Teufelsabriss und Hauhechel. Auf 2500 Hektar sollen solche Blumen bald wieder in Schleswig-Holstein wachsen. Die Aktion mit dem Titel „Blütenmeer 2020“ wird aus Mitteln des Bundes finanziert. Leider seien diese Wildblumen und -kräuter in der technisierten Landwirtschaft durch Chemieeinsatz selten geworden, berichte Dr. Dolnik. Das Bergsandglöckchen etwa sei schon so selten, dass ein Kilogramm seiner Samen mehr als 1000 Euro kostet.