Ein Fest für Schlagerfreunde

Die Wildecker Herzbuben überzeugten die meisten Besucher mit ihrem Auftritt beim Oktoberfest. Foto: mtr

BAD SEGEBERG. „Herzilein“ schallte es durch das Möbel-Kraft-Oktoberfestzelt. Die Wildecker Herzbuben kamen zur Hüttengaudi beim Möbelhaus an der Ziegelstraße. Die Vollblutmusiker Wolfgang Schwalm und Wilfried Gliem sangen sich mit Gute-Laune-Hits in die Herzen des bunt gemischten Publikums. Junge und junggebliebene Fans feierten die beiden Nordhessen im Festzelt ausgelassen. Für ein paar Oktoberfestbesucher passte das Duo aber nicht zu ihrer Partystimmung.

„Ich sehe die Wildecker Herzbuben zum ersten Mal live“, erzählte Ilse Engeler. Die Leezenerin ist ein absoluter Schlagerfan. „Die beiden gefallen mit sehr gut.“ Ilse Engeler stand mit ihrem Handy in der Hand direkt an der Bühne und wollte keinen Moment verpassen. Die Hessen aus nächster Nähe zu erleben, war für die Anhängerin deutscher Schlagermusik ein absolutes Highlight.

Junge und alte Fans feierten gemeinsam

Auch beim jüngeren Publikum kamen die Wildecker Herzbuben gut an. „Die sind richtig cool“, meinte Max Benecke (22 Jahre) aus Neumünster. Sein Kumpel Enrico Rohwer (19), ebenfalls aus Neumünster, stimmt zu: „Daumen hoch.“

Rita Bock wollte es sich nicht nehmen lassen, zu später Stunde beim Auftritt des Duos dabei zu sein. Die 72-Jährige aus Bockhorn tanzte Arm in Arm mit ihrer Tochter Bianca Wollgast (45). „Richtig toll“, befand die Rentnerin. Tochter Bianca war auch begeistert. „Die Stimmung ist klasse. Und die beiden können sehr gut singen.“

Für eingefleischte Herzbuben-Fans war das zwar nicht unerwartet, aber mit ihrer stimmlichen Präsenz überraschten die deutschlandweit bekannten Sänger vor allem die jüngeren Gäste. Nach dem Auftakt mit den Liedern „Zwei Kerle wie wir“ und „Die alte Linde“ hatten die Wildecker ihr Publikum fest im Griff. „Jetzt wieder alle mitschunkeln beim Schneewalzer“, forderte Wolfgang Schwalm die Festzeltbesucher auf. Der Großteil machte gerne mit und ließ sich von der guten Laune der Schlagerstars anstecken. Spätestens beim bekanntesten Lied der Herzbuben („Herzilein“) sangen die meisten Gäste aus vollen Kehlen mit. Im Anschluss folgte „Michaela“, im Original von Bata Ilic. Auch hier zeigten sich die allermeisten textsicher.

Mehr als Schlager

Dass die Wildecker Herzbuben nicht nur Schlager können, bewiesen sie mit einem beeindruckenden Rock-Medley zum Abschluss. Beim Solo-Auftritt von Wilfried Gliem, der Queens „I want to break free“ darbot, rieben sich einige Zuschauer verwundert die Augen. Gliem klang fast wie der mittlerweile verstorbene Queen-Sänger Freddie Mercury. Das Publikum staunte nicht schlecht und forderte sogar eine Zugabe. Der Auftritt kam aber offenbar nicht bei allen Besuchern so hervorragend an. Einige Reihen im hinteren Teil des Zeltes lichteten sich, als die Herzbuben die Bühne betraten. „Das ist einfach nicht meine Musik“, erläuterte Thomas Moeller aus Norderstedt, warum er lieber vor dem Zelt weiterfeierte. „Ansonsten ist es hier aber top.“