Ein Wochenende für die Jugendfeuerwehr

Über 600 Jugendfeuerwehrleute hatten sich am Wochenende in Wittenborn auf dem Jugendzeltplatz versammelt. Bei Mark Seifert und Patrick Aetzler konnten sie lernen, Ölbrände zu löschen. Foto: kjh

BAD SEGEBERG. So voll war der Jugendzeltplatz des Kreises in Wittenborn am Mözener See selten. Über 600 Jugendfeuerwehrleute aus dem ganzen Kreisgebiet hatten sich von Freitag bis Sonntag hier versammelt, um zusammen zu üben, ihre handwerklichen Fähigkeiten zu erproben und letztendlich auch Spaß zu haben. Organisiert hatte das Event der Kreisfeuerwehrverband. „Früher hatten wir im Kreis mehrere isolierte Veranstaltungen, die dann häufig miteinander kollidierten“, erklärte der stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwart André Folta, „Jetzt haben wir alles an einem Wochenende zusammengezogen und bieten hier für jeden etwas an.“

Und in der Tat ließ die Liste der Workshops, zu denen sich die Jugendlichen anmelden konnten, keine Wünsche offen. Da ist zum Beispiel Bäckermeister Tim Gräper, der seine Backstube zur Verfügung stellte: „Als Mitglied der Feuerwehr ist es für mich selbstverständlich da mitzumachen, die jungen Kameraden machen hier Baguettes und Brötchen für ihr Wochenende“, erklärt er. Auch sein Geheimrezept für einen Buttermilchteig mit Curry, Paprika, Nuss oder Speck und Käse hatte er den jungen Leuten verraten.

In Wittenborn hatte derweilen Carsten Tönsfeldt eine Gruppe um sich geschart, um alte Elektrogeräte, die er vom Wegezweckverband bekommen hatte, in die verwertbaren Einzelteile zu zerlegen. „So bekommen die Jugendlichen einen Begriff von Nachhaltigkeit und den wertvollen Rohstoffen, die sich hier verbergen“, erklärte er. Bei Mark Seifert und Patrick Aetzler konnte der Nachwuchs mit verschiedenen Handlöschmitteln üben. CO2-Löscher, Schaum- oder Wasserhandlöscher standen zur Verfügung, gründlich konnte ausprobiert werden, dass man einen Ölbrand nicht mit Wasser bekämpfen sollte.

Bei Sönke Fölster, seit gefühlten 350 Jahren Schriftführer der Kreisjugendwehr, glühten die Nähmaschinen. Aus alten Feuerwehrschläuchen entstanden hier Taschen für die verschiedensten Zwecke. „Ich hab im Internet gesehen, dass dort solche Taschen für 150 Euro verkauft werden, und seitdem machen wir die für einen Bruchteil“, erklärte Sönke Fölster seine kreative Idee. Jerik Hartmann und Till Brandt von der Jugendfeuerwehr Hartenholm bauten Holzbänke.

Am Stand der RkiSH waren die Sanitäterinnen Melanie Lietzow und Denise Jung dabei, den Jugendlichen die patientengerechte Versorgung und den Transport in den Rettungswagen nahezubringen.

Große Anziehungskraft hatte beim Wochenende der Jugendfeuerwehren auch der Mözener See. Mit den Kanus stachen die Jugendlichen in See, und auch das vom THW am Vormittag gebaute Tonnenfloß konnte erfolgreich zu Wasser gelassen werden und bewies seine Seetüchtigkeit.

Wenngleich die Nacht von Freitag auf Sonnabend kurz war – hier mussten Nachtwanderungen bewältigt werden – waren die Jugendlichen mit vollem Einsatz dabei. Am Sonnabendabend erwartete sie dann noch eine große Disco-Veranstaltung. Nach der Siegerehrung am Sonntagmorgen und dem Abbau der Zelte endete ein denkwürdiges Event der Jugendfeuerwehren des Kreises.

Im nächsten Jahr plant man schon ein Zeltlager auf Rügen unter dem Motto „50 Jahre Jugendfeuerwehr im Kreis Segeberg“