Er sorgt für warme Kleidung

Jetzt wird wieder gut erhaltene Winterkleidung gebraucht, weiß Detlef Kursel, der die Ricklinger Kleiderkammer vor 25 Jahren gegründet hat und für Sonnabend zum Tag der offenen Tür einlädt. Foto: dsn

RICKLING. Nicht jeder hat das Geld, sich immer wieder neue Kleidung zu kaufen. Jetzt, wo die kalte Jahreszeit angebrochen ist, quält manch einen das dünne Portemonnaie besonders, das keine neue dicke Winterjacke erlaubt.

Hilfe bietet die Kleiderkammer in Rickling – und das schon seit 25 Jahren. Für Sonnabend, 12. Oktober, lädt sie von 10 bis 13 Uhr zu einem Tag der offenen Tür mit Kaffee und Schnittchen ein.

Hosen, Jacken, Kleider, Mäntel hängen sorgsam nach Größen sortiert in den Kleiderständern der Kleiderkammer. Daneben stehen Behälter mit Kinderkleidung, Unterwäsche und Handtüchern. Auch Geschirr, Haushaltsgeräte, Spiele und Puppen hat Organisator Detlef Kursel im Programm.

98.685 Kleidungsstücke haben er und seine Frau Ursula in den vergangenen 25 Jahren ausgegeben. Dazu 8650 Stücke Bettwäsche und 3402 Wolldecken. Bei Kursel muss sich niemand schämen. Als Kind einer Großfamilie weiß er, wie es ist, mit wenig auszugkommen. Als Ortsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sprach er mit der Gemeinde und erhielt im Keller des Feuerwehrhauses Räume für die Kleiderkammer sowie ein Büro im Erdgeschoss.

„Gut ist, dass man hier nicht sieht, wer kommt, um sich Kleidung zu holen“, sagt er. Denn manche ältere Kunden schämen sich. Ganz anders sei das bei jungen Leuten. „Da ist es heute modern, mit gebrauchter Kleidung Ressourcen zu schonen.“ Ob Umweltbewusstsein, kleine Rente oder große Familie – bei ihm ist jeder willkommen. „Leute, die die Sachen auf dem Flohmarkt verkaufen wollen, erkenne ich aber sofort und schmeiße sie raus“, sagt er und schaut grimmig drein. Schließlich gibt es viel Not, und gegen die will er etwas tun.

Einmal im Monat öffnet die Kleiderkammer. Die Termine gibt Detlef Kursel über Facebook und die Zeitungen bekannt. Für diejenigen, die Schwellenangst haben, hat er einen Tipp: „Sie können Kleidung, die sie nicht mehr brauchen, mitbringen – und dabei gucken, ob etwas da ist, was sie gebrauchen können.“

Wer die Arbeit mit einer Kleiderspende unterstützen möchte, erreicht Detlef Kursel unter Tel. 04328/670.