Geflüchtete Menschen brauchen Hilfe

Die neu angekommenen Geflüchteten im Hartenholmer Robinienhof benötigen Hilfe bei der Integration. Der Sozialausschuss mit Melanie Tödt, Birgit Timm und Kerstin Klein lädt für den 17. Oktober zu einer Informationsveranstaltung ein. Foto: pa

HARTENHOLM. Im Frühjahr stand der vom Amt Kaltenkirchen-Land angemietete Robinienhof bis auf zwei Obdachlose und zwei Geflüchtete fast leer. Jetzt ist wieder Leben in die Räume gekommen. Acht Männer aus Nigeria sowie einer aus dem Iran wurden in den vergangenen Wochen dort untergebracht. Eine Familie mit zwei Kindern fand in einer angemieteten Wohnung ein neues Zuhause. Bürgermeister Karl-Heinz Panten bat Melanie Tödt als Vorsitzende des Sozialausschusses darum, Helfer zu gewinnen. Am Donnerstag, 17. Oktober, ab 19.30 Uhr gibt es deshalb im Dorfhaus am Timm-Schott-Weg eine Infoveranstaltung.

„Die geflüchteten Menschen brauchen unsere Hilfe, um hier gut anzukommen“, appellieren die Mitglieder des Ausschusses an alle Hartenholmer, die sich einbringen möchten. Melanie Tödt wird berichten, wie sich die Situation der Männer im Robinienhof derzeit darstellt und wie ihnen schon durch kleinen zeitlichen Einsatz die Eingewöhnung erleichtert werden kann. Aus dem bisherigen Helferkreis werden Angelika Bekker und Bernd Birkholz schildern, wie es ihnen und den anderen Gruppenmitgliedern gelungen ist, die früheren Flüchtlinge zu unterstützen. 

Aus Nigeria, dem Staat in Westafrika am Atlantik mit 200 Millionen Einwohnern, haben sich in den vergangenen Jahren Tausende junge Männer auf den Weg gemacht, um in Europa ein sicheres Leben zu suchen. Auch Dawieh (24), Edo (20) und Rashidi (25) haben sich aus dem Bundesstaat Edo schon vor zwei oder drei Jahren auf den Weg gemacht, über Libyen und das Mittelmeer Europa zu erreichen. Die Studenten wünschen sich nach ihrer Ankunft in Deutschland, hier lernen zu können und Berufe zu finden. Samuel Akinola ist 33 Jahre alt und Fensterbauer. Auch er hat eine Odyssee durch Wüsten, Lager und Mittelmeer hinter sich. 2016 war er in seiner Heimat aufgebrochen. In seiner Heimat sei es lebensbedrohlich. Viele Banden machen das Leben unsicher.

Das sagt auch der 43-jährige Friday Sunday, der zusammen mit seiner Frau Charity sowie den Kindern Destiny (4) und Toni (4 Monate) in einer Zweizimmerwohnung lebt. Der Metallarbeiter wünscht sich, hier für immer bleiben zu können. Während die kleine Familie zusammen ist, muss der 48-jährige Mortesa Maleki aus dem Iran telefonisch Kontakt halten zur Frau und zwei Kindern im Iran. Der Maler und Tapezierer hat zum Christentum konvertiert. Das gilt im Iran nach dem Scharia-Gesetz als Bedrohung für die nationale Sicherheit.