Gesundheitsamt unterstützt Kampagne für Aufklärung über Aids

Landrat Jan Peter Schröder (v.li.n.re.), Ärztin Gabriele Seidel, Kreis-Gesundheitsplanerin Dr. Anna Walther und Kreispräsident Claus Peter Dieck informieren über die Kampagne „Kein Aids für alle – bis 2020!“ Foto: Sabrina Müller

Bad Segeberg. Vor 30 Jahren war eine HIV-Infektion meist tödlich. Heute kann mit Medikamenten verhindert werden, dass Aids ausbricht. Trotzdem erkranken zurzeit in Deutschland jährlich weit mehr als 1.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit – die meisten, weil sie nichts von ihrer HIV-Infektion wissen. Geschätzt knapp 13.000 Menschen leben in Deutschland unwissentlich mit dem HI-Virus.

Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag – ein Tag, der die Solidarität mit Menschen mit HIV und Aids fördern und Diskriminierung entgegenwirken will. Er erinnert an die Menschen, die an den Folgen der Infektion verstorben sind. Und er ruft dazu auf, weltweit Zugang für alle zu Prävention und Versorgung zu schaffen.

Das Gesundheitsamt des Kreises Segeberg nimmt den Tag zusammen mit Kreispräsident Claus Peter Dieck und Landrat Jan Peter Schröder zum Anlass, auf eine besondere Aktion aufmerksam zu machen: „Kein Aids für alle – bis 2020!“ Unter diesem Motto läuft die dreijährige Kampagne der Deutschen Aids Hilfe (DAH).

Ein Ausbruch der Krankheit ist längst vermeidbar: „Mit HIV kann man heute alt werden und gut leben. Voraussetzungen sind eine rechtzeitige Diagnose und Therapie“, sagt Gabriele Seidel, Ärztin im Fachdienst Gesundheit. „Wir möchten möglichst vielen Menschen die Aids-Erkrankung ersparen, indem wir ihnen einen frühzeitigen HIV-Test und damit eine Behandlung ermöglichen. Die Medikamente unterbinden den Ausbruch von Aids und können die Weitergabe des Virus vermeiden.“ Die meisten Menschen erkranken an Aids, weil sie jahrelang mit HIV gelebt haben, ohne es zu wissen. Viele machen aus Angst keinen HIV-Test oder ziehen schlicht nicht in Betracht, dass sie HIV haben könnten.

„Wer von seiner Infektion weiß, kann von den heute verfügbaren Therapien profitieren. Deswegen sollte jeder, der Zweifel hegt, einen HIV-Test machen“, sagt Landrat Jan Peter Schröder, der die Kampagne der DAH unterstützt. Ein kostenloser Test kann anonym beim Gesundheitsamt in der Hamburger Straße 30 gemacht werden.