Hobbykapitäne und „Seehunde“ enterten die Roland Oase

Knud Hildebrand von der Modellgemeinschaft Bad Schwartau ist stolz auf seine „Chris Craft“. Er hat das edle Mahagoni-Sportboot amerikanischer Bauart in 300 Stunden gebaut. Foto: bmd

Bad Bramstedt. „300 Stunden habe ich an meiner Chris Craft gebastelt“, erzählt Knud Hildebrand aus Lübeck von der Modellgemeinschaft Bad Schwartau. Das edle Mahagoni-Sportboot amerikanischer Bauart vom Typ „19′ Racing Runabout“ im Maßstab eins zu fünf ist den italienischen Riva-Booten der 1950er-Jahre nachempfunden, die in den damaligen Filmen einen Hauch von Luxus in die deutschen Kinos brachten. Hildebrand hat noch zwölf weitere Modelle, darunter einen „angerosteten“ englischen Fisch-Trawler aus den 1930er-Jahren, den er anlässlich des zweitägigen Events „Modellbau Live“ in der Bad Bramstedter Roland Oase zu Wasser ließ.

Die Veranstaltung der Neumünsteraner „De Modellschippers“ fand zum vierten Mal im Bramstedter Freibad statt. „Es kamen Modellfreunde aus Dänemark, aus allen Teilen Norddeutschlands, aus Nordrhein-Westfalen und sogar aus Bad Württemberg“, berichtet der Vereinsvorsitzende Michael Wilke. „Gemeldet waren über 150 Modellschiffe, zehn U-Boote, 40 Militärfahrzeuge und Lastwagen“, ergänzt Wilke. Rund 50 Modellfreunde kamen mit ihren Booten noch unangemeldet dazu.

Das Nichtschwimmerbecken wurde mit einer selbst gebauten Hafenanlage und dem Leuchtturm „Roter Sand“ aus der Deutschen Bucht in Seeschifffahrtsstraßen und Kanäle umgewandelt. An Wasserfahrzeugen war die gesamte Palette der Schiffe vertreten, die auch im Original die Meere und Flüsse der Welt befahren – ob Speedboote, Krabbenkutter, Tanker, Versorger von Ölplattformen oder Passagierschiffe. Darunter war auch das berühmte U-Boot U96 aus dem Film „Das Boot“. Mit einer imposanten Länge von 1,95 Metern war es der Hingucker unter den Modellbooten. „Zwei Jahre habe ich an dem Modell gebaut“, berichtet Andreas Detloff aus Bark.

Ein besonderes Highlight unter den Hobbyschiffern war auch in diesem Jahr der Profitaucher Holger Dreysel, der die Schiffe und U-Boote über und unter Wasser mit seiner Kamera unter die Lupe nahm. Dreysel, der sonst für das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung auf den Weltmeeren für die Wissenschaft unterwegs ist, filmte mit seiner Profiausrüstung zur Freude der Modellbauer für das Video-Portal YouTube. „Wir sind immer sehr gespannt, welche Perspektiven sich Holger dieses Mal ausgedacht hat“, freut sich Wilke von „De Modellschippers“. „Nach Bad Bramstedt werden wir garantiert auch nächstes Jahr kommen“, verspricht er. „Wir werden hier exzellent aufgenommen, und es passt einfach alles.“

Die Hunde gaben sich die Pfote in die Hand

Voll war es auch schon zwei Tage zuvor beim Hundeschwimmen. „Nein, mit diesem Ansturm haben wir niemals gerechnet“, war der spontane Kommentar von Betriebsleiter und Schwimmmeister Hans-Peter Kalusok. Mehr als 300 Hunde und mindestens doppelt so viele Begleiter enterten das Bad Bramstedter Freibad.

Es war das vierte „Hundeschwimmfest“ in Folge nach Abschluss der Badesaison. War vor vier Jahren nur das Nichtschwimmerbecken für Bessy, Paul, Pino, Frieda und Milla reserviert, zeigten die Vierbeiner den Menschen, dass sie sich nicht eingrenzen lassen, und eroberten auch die übrigen drei Becken des Bades. „Das ist inzwischen auch notwendig wegen der Anzahl der Hunde, und weil im Schwimmerbecken Stand-up-Paddling mit Hunden geübt wird“, erläutert Kalusok. Hier zeigte die Hundehalterschule „Stadtwölfe“ aus Heidmoor, dass Stehpaddeln und Hunde sich nicht ausschließen. „Der Hund auf dem Surfbrett, drum herum nichts als Wasser, das fördert das Vertrauen zwischen Mensch und Tier und stärkt letztendlich die Beziehung der beiden“, erläutert Christina Hübner, Hundetrainerin und Leiterin der Hundehalterschule. In den übrigen Schwimmbecken tummelten sich alle denkbaren Rassen vom Zwergpinscher bis zum Bernhardiner. Der Spaß von Frauchen, Herrchen und den Tieren kannte keine Grenzen. Die Hunde sprangen oder traten behutsam in das inzwischen kühle Nass und konnten aber offenbar nicht genug bekommen. Anderen Vierbeinern musste dagegen geduldig zugeredet werden, ehe sie sich in das klare Wasser trauten.