Kreis-DRK rüstet Kitas mit Tablets aus

Das DRK Segeberg will die Digitalisierung in den Kitas voranbringen: Mirko Röthig, Leiter der Kita Räuberhöhle Seth, und Samy recherchieren am Tablet über die Raupe der Ahorn-Rindeneule. Foto: nma

Kreis Segeberg/Seth. Eine Raupe im Gebüsch weckt das Interesse der Kinder der Kita Räuberhöhle in Seth. Knallgelb und rot mit weißen Flecken. Recherchen im Internet auf einem Tablet ergeben: Es ist die Raupe der Ahorn-Rindeneule. „Die wird aber kein schöner Schmetterling“, entfährt es Katrin Buchholz, Bereichsleitung der DRK-Kindergärten im Kreis Segeberg. Der Eulenschmetterling ist ein grauer Nachtfalter. Recherchen mit dem Tablet wie diese sollen in den Kindergärten des DRK im Kreis zukünftig zum Alltag gehören.

Alle Einrichtungen werden mit WLAN und Tablets ausgestattet. Neun Kindergärten betreibt das DRK Segeberg aktuell mit 740 Kindern. Im nächsten Jahr kommt noch der Kindergarten Fredesdorf und eine neue Kita in Henstedt-Ulzburg mit sechs Gruppen hinzu, dann werden es 840 sein. Im ersten Schritt der Digitalisierung sind die Einrichtungen in Bad Bramstedt („Sommerland“) und Kaltenkirchen („Abenteuerland“) dran. „Wir richten das WLAN ein und fangen an, die Mitarbeiter zu schulen“, erklärt Katrin Buchholz. Die Termine im Oktober stehen bereits. Die ersten Elterninformationen hat es schon gegeben. Dabei habe man sich auch mit kritischen Stimmen auseinandergesetzt, berichtet Katrin Buchholz. „Eine Sorge war, dass eine ganze Gruppe von Kindern nun um ein Tablet herumsteht und Videos guckt.“ So soll die Arbeit mit dem Tablet jedoch gar nicht aussehen. Es gehe um Einzelförderung. „Das Tablet soll ein reines Wissensmedium sein“, sagt Buchholz. So habe man schon einige Sorgen ausräumen können. Aber auch in der Mitarbeiterschaft gebe es kritische Stimmen gegenüber digitalen Medien generell. „Ich war anfangs auch skeptisch, ich habe selbst Kinder“, sagt Mirko Röthig, Leiter der „Räuberhöhle“ in Seth. Wie Kinder mit dem Handy spielen, das kenne er. Nach einem Workshop zum Thema sieht er das Projekt Digitalisierung in der Kita differenzierter. Bei der pädagogischen Arbeit mit dem Tablet gehe es nicht ums Spielen, betont Röthig. Zum Einen sollen die Geräte – zunächst eins pro Gruppe – die Arbeit der Mitarbeiter unter anderem mit digitalen Dienstplänen und vereinfachter Dokumentation erleichtern. Elterninformationen sollen digital verteilt werden. Mit Fotos und Videos soll die Entwicklung der Kinder auch für die Eltern festgehalten werden. „Eltern bekommen sonst ja nicht mit, was ihre Kinder in der Kita machen“, erklärt Katrin Buchholz. „Das kann man wirklich wunderbar mit einem Tablet machen.“ Mittels einer App sollen Eltern dann auch leichter mit den Pädagogen kommunizieren können, etwa, um mitzuteilen, dass ein Kind später kommt oder vor dem Mittagessen abgeholt wird. Aber auch in der pädagogischen Arbeit mit den Kindern sollen die Geräte zum Einsatz kommen. „Wenn Kinder etwas entdecken, können die Pädagogen sofort darauf eingehen und dazu etwas raussuchen“, erklärt Buchholz. Die Kinder können ihre Entdeckungen auch fotografieren und filmen, ist die Idee. „Sie sollen die Bandbreite des Gerätes kennenlernen“, sagt Katrin Buchholz. Mirko Röthigs anfängliche Skepsis zum Einsatz digitaler Technik im Kindergarten ist inzwischen verflogen. „Man kann sich dem Fortschritt auch nicht entziehen“, sagt Röthig. Und das Beispiel der Raupe zeigt: „Da haben wir alle gleich etwas gelernt.“