Laut, fröhlich und friedlich

Viel Spaß hatten die Festivalteilnehmer mit den überdimensionalen Bällen, die ins Publikum geworfen wurden. Foto: bmd

Kaltenkirchen. Es war laut, fröhlich und friedlich, das Holi-Festival auf der Kaltenkirchener Festwiese beim Dreiklang-Hotel, mit 1.500 Besuchern das größte Event dieser Art in Norddeutschland. Und es war das zweite Mal, dass die Event-Manager Nikolaus Frangedakis und Joey Claußen von „Disco European“ die Holi-Party in Kaltenkirchen veranstalteten. Ganz zufrieden waren die beiden Veranstalter mit der Zusammenarbeit der Stadt Kaltenkirchen allerdings nicht.

Das Holi-Festival in Kaltenkirchen war ein voller Erfolg, doch so ganz zufrieden waren die Veranstalter mit der Zusammenarbeit der Stadt nicht. „Zum einen wurde die Teilnehmerzahl auf 1.500 begrenzt, wir hätten locker mehr Karten verkaufen können. Zum anderen setzte uns die Stadt kurzfristig eine Baustelle vor die Nase, die wir aufwendig umzäunen mussten“, klagte Frangedakis. „Bei 3.000 Euro Miete hätten wir uns eine bessere Zusammenarbeit gewünscht.“

Dennoch zeigten sich die Veranstalter mit dem Ablauf des Festes hochzufrieden. Vier DJs heizten den vorwiegend Jugendlichen mit aktuellen Charts, Electrosounds und Blacktunes sowie Hardstyle und Goa ein. Zu jeder halben Stunde wurden farbiges Pulver, Konfetti und Luftschlangen über der Menschenmenge abgefeuert. Farbige Gesichter und Kleidung, wohin das Auge blickte. Riesenbälle machten die Runde und in einer „menschlichen Waschstraße“ wurde man den Schaum los, in dem man sich zuvor tummelte.

Holi ist eines der ältesten Feste Indiens, das im Frühling gefeiert wird. Durch das farbige Puder, das sich die Menschen auf die Körper stäuben, sollen Schranken durch Kaste, Geschlecht, Alter und gesellschaftlichen Status aufgehoben werden. Im Jahre 2012 wurde dieser Brauch erstmalig in Form eines Festivals in Berlin eingeführt. Noch im selben Jahr breitete er sich deutschlandweit aus und wurde ein Jahr später zum weltweiten Ereignis.

Absoluter Höhepunkt der Party in Kaltenkirchen war der anderthalbstündige Auftritt von DJ Jan Leyk, der aus Mallorca eingeflogen wurde. Leyk, ehemaliger Fernsehdarsteller, Sänger und Designer, ist als gefragter DJ europaweit unterwegs. Leyk, mit bürgerlichem Namen Joanes Leyk Martinez, spielte in 248 Folgen der Soap „Berlin – Tag & Nacht“ einen Barkeeper.

Als der DJ vom Musiktower herabstieg und sich in das Getümmel seiner Fans stürzte, gab es kein Halten mehr. Leyk wurde derart umringt und eingekeilt, dass Sicherheitsleute ihn „befreien“ mussten. Doch der DJ nahm das locker und ließ sich nahe der Bühne noch für zahlreiche Selfies mit den Fans animieren.

Die Besucher kamen aus allen Teilen Norddeutschlands und Hamburg. „Auch wenn ich hier nicht zu den Jüngsten zähle, macht es mir ungeheuren Spaß, und es wird nicht mein letztes Holi-Festival sein“, betont der 63-jährige Alfons Volmer aus Osterholz-Scharmbeck. „Für mich war das die geilste Party des Jahres“, befand die 27-jährige Kim Kröger aus Wahlstedt.

Die Holi-Fete ging pünktlich um 22 Uhr – weil die Stadt es so wollte – und friedlich, wie sie begann, zu Ende.