Lions aktiv gegen Drogengefahr

Mit vereinten Kräften wollen Peter Meier (Lions Segeberg, links), Daniela Willrodt (Ambulante und teilstationäre Suchthilfe ATS) und Heinz Sandbrink, Leiter des Berufsbildungszentrums Bad Segeberg, junge Menschen vor Drogenabhängigkeit bewahren. Foto: dsn

BAD SEGEBERG. (DSN) Warnungen vor Drogenkonsum hat wohl jeder Jugendliche schon einmal gehört, ohne überzeugt worden zu sein. Ganz anders erging es 100 Schülern des Berufsbildungszentrums Bad Segeberg (BBZ) bei den Besuchen eines Ex-Junkies. Möglich wurde die Begegnung durch einen Zuschuss des Lions-Clubs für ein besonderes Projekt der Ambulanten und Teilstationären Suchthilfe (ATS).

Volker (54) berichtete den Schülern, was illegale Drogen mit ihm gemacht haben. Der erste Joint als Jugendlicher, der zweite folgte ein halbes Jahr danach. Dann eine durchgemachte Woche – das erste Gefühl von Entzug und dann ging es bergab mit Drogen bis zu Kokain und Heroin. Bei der Bundeswehr konnte er sich als Mitarbeiter der Divisionsapotheke selbst bedienen. „Als ich mit der Bundeswehr fertig war, war ich voll drauf. Ich habe in Hamburg geschnorrt, pro Tag 500 bis 700 Euro“, berichtete der gelernte Tischler. So viel brauchte er, um sich mit dem Stoff zu versorgen, ohne den er dann nicht mehr leben mochte. „Nach drei, vier Monaten ist man nervlich ein Wrack.“ Auf Therapien folgten nach Beziehungs- oder beruflichem Stress Rückfälle. Heute ist er clean, weiß aber, dass die Gefährdung nie vorbei ist.

So intensiv wie Volker habe niemand ihnen zuvor vermittelt, wie Drogenkonsum Menschen kaputt machen kann, waren sich die Schüler einig. „Mir sind fast die Tränen bekommen“, berichtete Sevin Aydin (17). „Es hat einen nachdenklich gemacht“, fand auch Isa-Marie Hellberg. „Was ein Lehrer dazu sagt, der das nicht durchlebt hat, ist etwas anderes.“ 

Lions-Präsident Peter Meier freute sich, dass das Projekt so gut ankam. Er hoffe, dass beim Stadtfest viele Lose der Lions-Tombola verkauft werden. „Von dem Erlös werden solche Projekte finanziert.“