Meinert Schweim ist „der“ Hartenholmer

Meinert Schweim (links mit Jagdhund Andi) hat unter anderem 1972 die Jagdhornbläsergruppe Hubertus in Hartenholm gegründet. Auch wenn Benjamin Liebe vor zwei Jahren die musikalische Leitung übernommen hat, ist Schweim doch der Motor der Gruppe. Jede Woche wird auf dem Friesenhof geprobt. Foto: pa

HARTENHOLM. (PA) Wer Landwirt ist, muss vom Beruf her ein Tausendsassa sein. Tierkenner, Ackerbauer, Landschaftsschützer, Mechaniker, Maurer, Handwerker, Maschinist und Experte für Saatgut, Futtermittel, Milchbestandteile sowie Fruchtfolge. Und dann gibt es noch Bauern, denen ihre Arbeit fast rund um die Uhr noch nicht reicht. Sie engagieren sich auch für das Gemeinwohl. Der 77-jährige Meinert Schweim ist so ein Ausbund an Energie und Einsatzfreude. Er ist „der“ Hartenholmer schlechthin, der wohl jede Ecke seiner Heimatgemeinde kennt.

Bereits in der 1957 gegründeten Landjugend war Meinert Schweim aktiv. Der Landwirtschaftsmeister auf dem Friesenhof am Bullenkloster gehört seit fast 50 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr an, ist Wiederbegründer des Musikzuges der Blauröcke und leitet diesen seit 1973. Ein Jahr zuvor gründete er zudem die Jagdhornbläsergruppe Hubertus, in der er auch immer noch die Organisation übernimmt, nachdem vor zwei Jahren Benjamin Liebe die musikalische Leitung der 22-köpfigen Gruppe übernommen hat. Generationen von Jungen und Mädchen haben unter Meinert Schweim das Blasen auf dem Horn gelernt und so vervollkommnet, dass etliche Landesmeisterschaften errungen wurden. „In den besten Zeiten waren wir gut 60 junge Bläser. Manche Bühnen waren so klein, dass ich zum Dirigieren davorstehen musste“, erzählt Meinert Schweim in einem Rückblick.

Damit wird deutlich, dass Meinert Schweim neben der Liebe zu seiner Familie mit Ehefrau Margret und vier Kindern sowie Enkelkindern ein großes Herz hat. Jugendliche Jagdhornbläser gehören ebenso dazu wie die Feuerwehrkameraden der aktiven Wehr und des Musikzuges. Mit letzteren hat es ihn sogar bis in die USA geführt. Dort traten die Musikanten in Rundfunk und Fernsehen auf. Noch eine Passion: das Jagen, die Hege und Pflege des Wildbestandes. Und dann ist da noch die Kommunalpolitik. Jahrzehntelang gehörte Meinert Schweim der Gemeindevertretung an, war zwei Perioden stellvertretender Schiedsmann im Amtsbereich und gibt heute noch als bürgerliches Mitglied im Wege- und Umweltausschuss wertvolle Tipps und Hinweise. Denn kaum einer in der Gemeinde kennt jeden Weg und Steg, jede Wasserstelle oder jede Besonderheit des Dorfes so gut wie Schweim.

„Gerade die Arbeit mit Jugendlichen hat mir immer viel Freude bereitet“, erzählt Meinert Schweim von seiner ungebrochenen Motivation. Von den Jungen und Mädchen habe er zudem so viel an Zuneigung zurückbekommen. Zu den Proben auf seinem Hof erschienen die jungen Bläser gern schon eine Stunde vorher, um noch gemeinsam zu bolzen. Auch die Jagd bedeutet ihm nach wie vor viel. „Den Respekt vor dem erlegten Tier habe ich von Beginn an gespürt und ihm mit dem Verblasen meine Ehre erwiesen“, so der Waidmann. Mit seinem Hund Andi, den er wie alle Jagdhunde selbst ausgebildet hat, ist er heute in Feld und Flur unterwegs.

1993 wurde Meinert Schweim das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens verliehen, 2009 wurde er mit dem Ehrenschild der Gemeinde ausgezeichnet. Wenn es gilt, den Schulkindern beim Bau von Nistkästen zu helfen oder sie über heimische Tiere zu informieren, dann sagt Meinert Schweim nicht Nein. Bei Veranstaltungen der Gemeinde führt er Workshops durch und weiß viele Geschichten aus seiner Heimatgemeinde zu erzählen. Meinert Schweim hat seinen Betrieb bereits vor Jahren an Sohn Volker und Schwiegertochter Heike übergeben. Das bedeutet aber nicht, dass er sich zur Ruhe gesetzt hat.