Mini-Lok bringt großen Spaß

Manchmal treffen sich drei oder vier Züge, doch eine ausgefeilte Weichen- und Signalanlage sorgt neben der langsamen Geschwindigkeit dafür, dass nichts passieren kann. Foto: gik

Schackendorf. Weißer Dampf steigt auf, es zischt und rattert, Fotoapparate klicken und Kinder warten ungeduldig darauf, dass die Fahrt endlich losgeht – mit der Dampfbahn zu fahren, ist ein Erlebnis.

Erst kürzlich zog es beim Internationalen Dampfbahntreffen in Schackendorf viele Besucher von nah und fern an, die von den Fahrten mit den kleinen Dampfzügen gar nicht genug bekommen können. „Diesmal sind Dampfbahner aus Schweden, den Niederlanden, der Schweiz und aus Großbritannien angereist“, erläuterte Ralf Wendefeuer, Vorstandsmitglied beim Dampfbahnclub Holstein, der das Gelände am Rande von Schackendorf betreibt. Seit 1981 bauen Vereinsmitglieder mit viel Liebe und Enthusiasmus an ihrer Anlage, auf der inzwischen über 1500 Meter Gleise befahren werden können. Das gepflegte Gelände mit zwei Brücken über einem großen Teich, mit Bahnhof, Lokschuppen samt Drehscheibe und Abstellgleisen ist ein beliebtes Reiseziel für Dampfbahn-Begeisterte. Auch diesmal erschienen Gäste aus ganz Deutschland. Viele kommen seit Jahren immer wieder. „Diesmal gab es aber auch welche, die zum ersten Mal hier waren“, freut sich Ralf Wendefeuer. „Wir hatten uns im vergangenen Jahr beworben, das Jahrestreffen vom Dampfbahnclub Deutschland hier auszurichten und haben den Zuschlag bekommen“. Einige Gäste reisten mit Wohnmobilen oder Wohnwagen an, manche zelteten, andere kamen in Pensionen oder Hotels in der Nähe unter. Teilweise brachten sie sogar ihre eigene Lok mit. „Es waren rund 140 Teilnehmer hier mit etwa 80 Loks“, so Wendefeuer. „Das ist ein Hobby, bei dem wirklich Geduld gefragt ist“, beschreibt Jost Sager aus Sülfeld seine Leidenschaft für die dampfbetriebenen Gefährte. Auch das Fahren ist nicht „mal so eben“ möglich. „Die Maschine muss etwa eine Dreiviertel- bis eine ganze Stunde angeheizt werden. Vorher muss man noch abschmieren – also alle Lager ölen.“ Das Herzstück jeder Lokomotive ist die Dampfmaschine. Sie muss funktionieren wie bei der Großen, denn auch die „Minis“ werden mit Steinkohle geheizt. Die Zugkraft reicht zum Beispiel für vier vierachsige Güterwaggons, jeweils mit drei Fahrgästen besetzt. 

Wer noch einmal mit der Mini-Dampfbahn fahren will, hat dazu am 4. August, 1. September und 6. Oktober bei einem Besuch des Dampfbahnclubs die Gelegenheit. Jeweils am ersten Sonntag eines Monats sind Gäste von 13 bis 17 Uhr willkommen. Der Eintritt ist frei.