Mit Fahrrädern das Klima schützen

Jens Wieczorek aus Bad Segeberg testete ein Lastenfahrrad zum ersten Mal. "Es ist eine feine Sache, dass es so etwas gibt." Foto: mtr

BAD SEGEBERG. „Ich bin sehr zufrieden“, zog Bernd Sonnenberg ein positives Fazit. Der begeisterte Radfahrer aus Schwissel ist Mitglied der Arbeitsgruppe „Rad und Verkehr“, die zur Klimainitiative 5 nach 12 gehört. Zusammen mit Wolfgang Loch und Christina Schoemperlen hat der 56-Jährige einen Aktionstag zu den Themen Rad und Verkehr auf die Beine gestellt. Aussteller und Besucher vor der Marienkirche waren gleichermaßen überzeugt, dass sich an der Verkehrssituation in Bad Segeberg etwas ändern muss. Besser ausgebaute Radwege, Lastenfahrräder, Elektroautos und ein besseres Konzept für den öffentlichen Nahverkehr könnten helfen. Rund 600 Besucher informierten sich vor Ort.

Lastenfahrräder als sinnvolle Alternative

„In Kopenhagen hat jede zweite Familie so ein Rad, um ihre Kinder zu transportieren“, erklärte Arne Hansen. Der Vorsitzende des Umweltausschusses und Klimarates des Kreises Segeberg informierte während der Veranstaltung vor der Marienkirche über den Einsatz von verschiedenen Nutz- und Lastenrädern. Selbst Handwerker würden in der dänischen Hauptstadt häufiger auf die Räder setzen, die eine Zuladung von 150 Kilogramm und mehr erlauben. In Klein Gladebrüge wurde ein derartiges Rad für die Gemeindearbeiter angeschafft. „Damit werden Gartengeräte wie der Rasenmäher transportiert“, erläuterte Hansen. Die Lastenräder gibt es auch mit Elektroantrieb, sodass eine Fahrt mit mehreren Getränkekisten oder Kindern kein Problem darstellt. Selbst eine Überdachung als Regenschutz ist möglich.

„Der Verkehr blockiert sich zunehmend gegenseitig“, sagt Hansen. Die Lastenräder seien daher eine sehr gute Alternative für die letzten Meter im städtischen Raum. Die Stadt Norderstedt habe bereits vorgemacht, dass kostenfrei zur Verfügung gestellte Räder einen guten Beitrag zur Entspannung der Verkehrssituation leisten können. Der Klein Gladebrügger wünscht sich derartige Modelle für weitere Städte. Laut Hansen interessierten sich hauptsächlich Eltern mit kleinen Kindern und Hundebesitzer für die Nutzräder.

CO2 durch Radfahren einsparen

Wie sinnvoll der Umstieg auf einen Drahtesel ist, zeigte sich beim Stand von Ben Colin Matthies. Der Klimaschutzmanager der Stadt Bad Segeberg veranschaulichte anhand eines Modells, wie viel schädliches CO2 bei der Benutzung von Flugzeug, Auto, Bahn und Fahrrad anfällt. „Das Fahrrad gefällt mir am besten“, sagte Jonte Harnack. Der Siebenjährige aus Bad Segeberg erkannte schnell, dass das Radfahren am besten für das Klima ist. „Wir haben gar kein Auto“, erzählte Jontes Mutter Marion Harnack-Mann. Ihre Einkäufe erledigt die Bad Segebergerin meist zu Fuß. Weiter entfernte Orte in Bad Segeberg erreicht die Familie mit dem Stadtbus.

Reinhard Schmidt-Moser aus Heikendorf, Mitglied des Vereins Elektromobilität Nord, erzählte von seinen Erfahrungen als Besitzer eines Elektroautos. „Die meisten wollen wissen, wie lange der Akku hält“, sagte der Tesla-Fahrer. „Meiner hält jetzt schon über sechs Jahre und ich bin bereits über 100.000 Kilometer gefahren. Die Akkus halten länger, als man vermutet hatte.“ Im persönlichen Gespräch mit den Besuchern konnte der E-Auto-Liebhaber seiner Aussage nach viele Vorurteile ausräumen.

Neben kommerziellen Anbietern, die ihre Elektroräder und -autos anpriesen, und der Firma Autokraft, die über den öffentlichen Nahverkehr informierte, beteiligten sich auch viele Privatpersonen, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Bei der Radweg-Kummerkarte konnte jeder seine Meinung zur Verbesserung der Radwegenetzes hinterlassen.