Nach einer Brustoperation

Medizinproduktberaterin Annette Riek (2.v.li.) dankte im Namen des Löwen Sanitätshauses in Bad Segeberg den Models Corinna, Angelika und Stefanie für die Präsentation von Wäsche und Bademode für Frauen nach Brustkrebsoperationen. Foto: pa

das eigene Wohlbefinden stärken

BAD SEGEBERG. (PA) Jede achte Frau in Deutschland wird laut Robert-Koch-Institut in Berlin mit der Diagnose Mammakarzinom, sprich Brustkrebs, konfrontiert. 70.000 Neuerkrankungen gibt es jährlich. In der Chirurgie bemühen sich Ärzte brusterhaltende Operationen vorzunehmen, nicht immer reicht dieses aus, dann muss amputiert werden. Das ist für die erkrankten Frauen in jedem Alter eine zusätzliche stark belastende Situation. Brustprotetik und die Möglichkeit, durch unterstützende und gleichzeitig schöne Wäsche oder Badeanzüge eine Erhöhung der Lebensqualität und des Selbstbewusstseins zu erleben, ist für die betroffenen Frauen oftmals eine wirkliche Hilfe. Sensible und individuelle Beratung in einem Fachgeschäft wie dem Löwen Sanitätshaus in Bad Segeberg ist notwendig und wird gern angenommen.

Auf einer Frühlings-Modenschau zeigten die Medizinproduktberaterinnen im Hotel Residence rund 30 interessierten Damen jeden Alters, wie sie auch nach schwerer Krankheit attraktiv aussehen können und sich in ihrer Wäsche wirklich wohlfühlen. Von den Firmen Anita und Thuasne waren Regina Wegmann und Sylvia Weißner mit den neuesten Kollektionen ihrer Häuser gekommen. Die Models Corinna, Angelika und Stefanie sind betroffene Frauen, die offen mit den Anwesenden über ihre Krankheit sprachen. Die 44-jährige Stefanie beispielsweise waren beide Brüste abgenommen worden. Die zweifache Mutter unterstützt ihr Wohlbefinden gern durch Sport und stellte bei der Modenschau sowohl Wäsche als auch Bademoden vor. Weiche und besonders haltbare Stoffe, breite Träger und hohe Brustbänder beispielsweise sorgen dafür, dass Epithesen sicher ohne Verrutschen ebenso getragen werden können wie Ausgleichskissen. 

Betroffene Frauen erhalten jedes Jahr Zuschüsse für zwei Spezialbüstenhalter, alle drei Jahre Geld für einen Badeanzug. Lediglich, wer sein Gewicht stark verändert hat, kann mit Bestätigung des Arztes auch außerhalb dieser Fristen Hilfsmittel beantragen. Neu gibt es beispielsweise Prothesen, die deutlich weniger wiegen als bislang oder mit einer Struktur versehen sind, die eine Haftung begünstigen. „Betroffene Frauen werden viel zu wenig über diese Möglichkeiten informiert“, betonte Annette Riek, die zusammen mit ihren Kolleginnen Rosita Eggers und Kristine Hänisch die Veranstaltung des Sanitätshauses betreute.

Die Besucherinnen erfuhren viel Wissenswertes über Material, dessen Pflege oder auch die vielen Farb- und Größenvarianten für perfekte Wäsche, so unter anderem, dass die Farben Nude, Rosa oder Champagner viel besser geeignet sind unter weißer Kleidung als Weiß. „Die sanften Farben scheinen nicht durch“, so die Moderatorinnen. Die Frauen waren sehr angetan von der Präsentation und spendeten den Präsentationen viel Beifall. „Es ist toll, was sich in den vergangenen Jahren in diesem Bereich für uns Frauen verändert hat“, sagten sie übereinstimmend.