Nachwuchs in der Falknerei

Auch die zehnjährige Inka, Tochter von Falkner Dietmar Damm, trainiert schon mit dem jungen Turmfalken. Foto: nma

Daldorf.  Ein paar Meter fliegt der junge Habicht auf Falkner Dietmar Damm zu und bleibt dann mit seiner Belohnung auf dem Boden sitzen. „Er ist sieben Wochen alt, in einer Woche wird er flügge“, berichtet Damm. Die Falknerei Damm züchtet jedes Jahr Greifvögel – für die Flugshows im Erlebniswald Trappenkamp, zur weiteren Zucht, für die Jagd oder auch zur Auswilderung. Doch nicht jeder Versuch ist ein Erfolg. 

Vögel, mit denen Damm arbeiten möchte, zieht er mit der Hand auf. Wie den jungen Habicht. „Die werden dann ganz zahm.“ Die befruchteten Eier werden im Brutkasten ausgebrütet. „Die Elterntiere legen dann oft neue Eier, die bleiben dann bei ihnen.“ Diese Vögel würden dann zur Zucht genutzt oder auch mit anderen Falknereien getauscht oder abgegeben zur Auswilderung. Unter anderem vier Sakerfalken, je ein Wander- und ein Turmfalke, eine Schleiereule, fünf Steinkäuze und einen Wüstenbussard hat Damm in diesem Jahr gezüchtet. „Vom Bussard liegen noch drei Eier in der Brutmaschine.“ Der Turmfalke ist gerade flügge geworden, mit ihm beginnt nun das Training für die Flugshow. 

Damms Tochter Inka lockt den Vogel mit einem Stück Fleisch, damit er vom Block startet und zu ihr auf den Handschuh fliegt. Bei jedem neuen Versuch vergrößert sie die Distanz. Seit mehr als 30 Jahren ist Damm im Geschäft. Der junge Habicht braucht noch ein bisschen mehr Zeit. „Bisher macht er kleine Flugversuche“, sagt Damm. „Und nun hat es geregnet, er ist nass und will jetzt gar nicht mehr fliegen.“ In der Sonne breitet der Greifvogel seine Flügel aus, die noch durchsetzt sind mit Flaum, und lässt sein Gefieder trocknen. Die Menschen drumherum scheinen das Tier nicht zu stören. Etwa 70 Vögel und 20 Arten hat der Falkner, darunter auch große Vogelarten wie den Weißkopfadler. Hier ist das Zuchtergebnis jedoch ernüchternd. „Mit dem Adler ist es leider nichts geworden.“ Zwei Adlereier lagen 40 Tage lang im Brutkasten, doch wie sich herausstellte, waren sie doch nicht befruchtet gewesen. „Es ist seit drei Jahren nicht geglückt“, sagt Damm enttäuscht. Dafür ist die Zucht bei den Steinkäuzen umso erfolgreicher. 

Die Vögel züchtet Damm aber nicht nur für die täglichen Flugshows. Der Falker nutzt seine Greifvögel auch für die Jagd und die Vergrämung. Tauben, Möwen oder Krähen lassen sich von den Greifvögeln verjagen – etwa von Industrieanlagen. „Sie fühlen sich dann nicht mehr sicher, wenn meine Vögel in der Nähe sind.“ Den Habicht setzt Damm auch zur Jagd ein – etwa auf Kaninchen, die manchmal zur Plage werden.