Neuer Lehrpfad zum Thema Müll

Der Martin-Meiners-Förderverein für Jugend- und Umweltprojekte plant einen neuen Abfall-Lehrpfad am Roten Holzhaus in Bad Segeberg. Empfangen werden die Kinder mit einem dazugehörigen Wandbild, gemalt von Tina Wittern (rechts). MMFV-Vorsitzender Dieter Fiesinger und Umweltreferentin Bettina Kramer erklären das Projekt. Foto: nma

Kreis Segeberg. Mit einem Abfall-Lehrpfad für Kinder und Jugendliche soll das Rote Holzhaus des Martin-Meiners-Fördervereins (MMFV) als außerschulischer Lernort erweitert werden. Im Frühjahr soll alles fertig sein, kündigt Umweltreferentin Bettina Kramer an. Vorbote des geförderten Projekts ist ein buntes Wandbild am Gebäude, das am Recyclinghof in Bad Segeberg zu finden ist. „Mit allen Sinnen durch den Müll“ lautet das Thema des Lehrpfades – und es ist auch die Geschichte des Wandbildes von Gestalterin Tina Wittern. Ein kleiner Junge untersucht mit einer Lupe das Leben im Komposthaufen, ein Mädchen angelt einen alten Schuh aus der Restmülltonne und der Opa sortiert mit seinem Enkel das Altpapier in die blaue Tonne. Was befindet sich im Kompost, welcher Müll gehört in welche Tonne? Dies sollen auch die Kinder der Schulklassen 3 bis 5 ab 2020 an verschiedenen Stationen auf dem neuen Lehrpfad erkunden. „Wir werden einen Komposthaufen haben“, erklärt Kramer. Die Kinder werden einen Forscherrucksack bekommen mit Lupe und Schaufel und können erkunden, welche Prozesse sich im Komposthaufen abspielen. Der Klassiker wird eine Mülltrennstation sein. Hier soll aber auch gewogen und gerechnet werden: Wie viel Müll produziert eine Familie im Jahr? Außerdem ist ein sogenannter Littering-Pfad geplant, also ein Abfall-Pfad. Die Gehölze seien bereits angelegt, der Weg durchs Gebüsch müsse nur noch freigeschnitten und mit Holzschnitzeln ausgelegt werden. „Wir werden den Pfad noch dekorieren“, erklärt Kramer. Mit Müll. Auch mit kuriosen Dingen. Es geht bei der Station um das achtlose Wegwerfen von Müll aller Art. „Die Kinder sollen dann Müll finden und einiges auch einsammeln.“ Gemeinsam werde dann erarbeitet, was der Müll – zum Beispiel entsorgte Batterien – mit der Umwelt macht und wie lange es dauert, bis weggeworfene Dinge, zum Beispiel Plastik, abgebaut werden. Dazu gibt es eine Tour über den Recyclinghof. Auf dem Weg steht auch ein Tauschhaus als Beispiel für nachhaltigen Konsum, erklärt Kramer. Auf dem Weg über den Abfall-Lehrpfad sollen die Schüler Impulse zum Nachdenken erhalten – auch über das eigene Konsumverhalten – und erfahren die Zusammenhänge zwischen Konsum und Abfallwirtschaft. Das Projekt wird von der Bingo-Umweltlotterie mit 25.000 Euro gefördert.