Pilotprojekt „Ladys Challenge“ war ein voller Erfolg

Vanessa Bluhm (links) und Lena Jahnke (rechts) hören den Tipps von Stephan Kämmerer zu. Foto: gum

Kaltenkirchen. (GUM) Wie greift ein Roboter? Was sind Sensoren? Programmierkenntnisse haben in einer zunehmend digitalisierten Wert eine fundamentale Bedeutung für die künftige Arbeitswelt. Daraus entstand der Gedanke des Pilotprojekts der „Ladys Challenge“, das in der Kaltenkirchener Stadtbücherei durchgeführt wurde. Je acht Schülerinnen aus den sechsten Klassen der Gemeinschaftsschule am Marschweg und der Dietrich-Bonhoeffer-Schule aus Kaltenkirchen konnten sich einen Tag lang in der „Welt der Robotik“ ausprobieren. 

Mervie Vernal von der Agentur für Arbeit in Elmshorn begleitete das Pilotprojekt nicht ohne Hintergedanken: „Uns ist klar, dass nicht alle Mädchen aus dem Projekt später Maschinenbauerinnen werden wollen.“ Aber immer mehr Berufe hätten höhere Ansprüche an Technik und Logik. „Die Arbeitswelt verändert sich total.“ Berufe, die es vielleicht in wenigen Jahren gebe, seien noch nicht erfunden, noch keine klare Ausbildung geregelt. Flugtaxis oder Drohnen, die Pakete ausliefern – all das werde in nicht allzu ferner Zukunft Wirklichkeit. Dann würden Menschen gesucht, die entsprechende Maschinen konstruieren können. Genau daher sollte der Ansatz, Mädchen für die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu begeistern, vorangebracht werden – bei späteren Projekten könnten aber auch Jungs mitmachen, so Vernal. 

Sechs Stunden lang tüftelten und programmierten die Schülerinnen dann in kleinen Teams – mit Lego-Bausteinen. Dass sich mit diesen viel erfinden lasse, zeigte Carola Steinhoff, zertifizierte Trainerin der Lego-Education-Academie. Am Nachmittag saßen die Mädchen im Halbkreis und präsentierten stolz ihre Ergebnisse. Ein Überraschungsei wanderte dabei von einem automatischen Greifarm zum Greifarm einer anderen Gruppe. Sensoren lösten aus, sodass sich der Mini-Lego-Greifer in Gang setzte, es piepte und das Band des Greifers, mit dem sich die „Zange“ schloss, leise schnurrte. Am Ende der kleinen Übung hatten die „Ladys“ ihre Challenge, ihre Aufgabe, allesamt in viel kürzerer Zeit als erwartet gemeistert und bekamen als kleines Dankeschön: noch mehr Lego zum Bauen und Programmieren. Und auch für die Organisatoren war es eine geglückte Premiere. „Unser Raum hier in der Bücherei ist optimal dafür geeignet“, so Katja Nielsen. Derzeit werde überlegt, ob – und wie – Programmier-Kits für die Stadtbücherei angeschafft werden könnten.