Schwimmunterricht für Grundschüler

Die Leiterin der Grundschule Flottkamp, Johanna Gilleßen (2.v.re.) freut sich, dass unter anderem die Lehrerinnen Franka Weise (links) und Natalya Petersen (rechts) die Schwimmlehrbefähigung erwarben. Beim Schwimmunterricht werden sie von Schulassistentin Mareike Genz unterstützt. Foto: tö

Kaltenkirchen. Laut Zahlen des Kieler Bildungsministeriums sind fast 20 Prozent aller Kinder bis zum Ende der sechsten Klasse noch keine sicheren Schwimmer. Am Ende der Grundschulzeit sind nach Angaben der DLRG sogar gut 50 Prozent der Jungen und Mädchen Nichtschwimmer. Aber wer nicht schwimmen kann, für den kann es lebensgefährlich werden. Eine Sorge, die auch Johanna Gilleßen, Leiterin der Grundschule Flottkamp, teilt. „Das Risiko, dass Kinder ertrinken, ist immens“, sagt sie. Deshalb wird jetzt dort nach den Herbstferien ganz neu Schwimmunterricht angeboten. „Wir beginnen dabei mit den dritten Klassen.“

Für Gilleßen stellt das Schwimmen eine Grundbefähigung dar, die jeder Mensch möglichst früh haben sollte. Deshalb freut sie sich sehr, dass ihr Kollegium mitgezogen hat. Drei Kolleginnen, Natalya Petersen, Franka Weise und Melanie Szotkowski, hätten die notwendigen Schwimmlehrbefähigungen und Rettungsscheine abgelegt, sodass der Unterricht beginnen konnte. Unterstützung erhalten die Pädagoginnen dabei von Schulassistentinnen. Die Vorbereitungen, den Schwimmunterricht in den Stundenplan zu integrieren, seien recht planungsaufwendig gewesen.

Im Herbst, Winter und Frühjahr geht es in die Holstentherme, im Sommer ins Freibad. Der Transport der Jungen und Mädchen dorthin erfolgt mit dem Bus. Die Kosten dafür sowie für die Benutzung von Holstentherme und Freibad übernimmt die Stadt.

Anfänge seien positiv verlaufen

An der Grundschule Flottkamp gibt es vier dritte Klassen mit rund 100 Schülern, die in der Regel acht Jahre alt sind. „Das hielten wir für den Start für das geeignetste Alter“, so Gilleßen. Jeweils zwei Klassen von den vier haben pro Halbjahr je einmal in der Woche je zwei Stunden Unterricht im nassen Element. Und die Anfänge seien sehr positiv verlaufen. „Alles klappte gut. Die Kinder waren sehr diszipliniert, selbst beim Duschen. Und es hat ihnen viel Spaß gemacht“, so die Rektorin. Zwei Lehrerinnen und eine Schulassistentin seien während des Schwimmunterrichts immer vor Ort.

Johanna Gilleßen schwebt ferner vor, zusätzlich noch mehrtägige kompakte Schwimmseminare in Malente für die Schüler anzubieten, die dann allerdings von den Eltern finanziert werden müssten. „Die Einrichtung dort ist aber immer sehr gut besucht. Wir stehen da auf der Warteliste.“